Steven E. Kuhn zieht 1991 mit der US-Army an den Golf, um Kuwait zu befreien. Er erlebt die Schrecken des Krieges: Giftgasalarm, Rakentenbeschuss, die große Panzerschlacht im Südirak, den Tod eines Freundes durch "friendly fire". Nach seiner Rückkehr vom Golf stellen sich mysteriöse Leiden ein, die auch tausende Mitkämpfer befallen. Kuhn quittiert den Dienst und beginnt, sich in Berlin eine zivile Existenz aufzubauen. Sein fesselnder und aufrüttelnder Lebensbericht zeigt, dass niemand unbeschädigt aus dem Krieg kommt, auch nicht die vermeintlichen Sieger.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.06.2003
Am Ende des zweiten Golfkriegs brach im Süden des Irak ein schiitischer Aufstand aus, der von den Amerikanern mit initiiert worden war, um das Regime in Bagdad zu stürzen. Nachdem sich aber die Militärbefehlshaber, namentlich George Bush entschlossen, die Schiiten nicht - wie versprochen - zu unterstützen, mussten amerikanische Soldaten an der Grenze des Iraks zu Kuwait mit eigenen Augen zusehen, wie die aufständischen Schiiten erschossen wurden, ohne helfen zu können. Die traumatischen Erlebnisse haben bei vielen Soldaten das so genannte Golfkriegssyndrom ausgelöst. Jahrelang interessierte sich niemand für die Geschichten der Soldaten. Umso erstaunter ist Rezensent Dieter Wulf über das plötzliche Interesse daran. Obschon vor vielen Jahren geschrieben, konnte sich lange Zeit kein Verleger für den Text erwärmen, doch auf einmal dauerte es nur drei Wochen von der Idee zur Buchpräsentation. Wulf bedauert, dass das Ursprungsmanuskript umgeschrieben wurde, denn nur an wenigen Stellen des Buches schimmere "die Sprache des Soldaten" durch. Regelrecht erschreckend findet Wulf allerdings, wie wenig der Soldat über das Land wusste, in das man ihn geschickt hatte.
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