Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Französischen von Roseli und Saskia Bontjes van Beek. Eine zweigeteilte Welt, bedroht vom Rat der Zwölf. Drei junge Mädchen, denen an ihrem vierzehnten Geburtstag das Schicksal in Gestalt einer alten Prophezeiung begegnet. Die Macht der Steine. Und die Kraft der Hoffnung, die alle Schrecken überwindet. In ihrem Roman entwirft die erst vierzehnjährige Autorin Flavia Bujor neue Welten und entwickelt einen Spannungsbogen, der den Leser mitreißt bis zum märchenhaften Ende.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2003
Gerade mal ein Buch für "Mädchen, die zum sehnsuchtsvollen Schwärmen neigen" sei dieser Fantasieroman von Flavia Bujor, bemerkt die wenig überzeugte Rezensentin Monika Osberghaus. Zwar bescheinigt sie der jungen Autorin durchaus, auch ein paar originelle Einfälle gehabt zu haben. Alles in allem sei die Handlung aber "langatmig" und Bujor werfe mit "umständlichen Namen" nur so um sich. Bis zum Schluss lese dieses Buch denn auch nur, wer Bujors "blumigen, gefühligen, verschmockten" Sprachstil mag.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.04.2003
Der Betrieb hat ein neues Wunderkind, meldet Rezensent Burkhard Müller: die vierzehnjährige Französin Flavia Bujor, die soeben ihren ersten Roman, "Das Orakel von Oonagh", vorgelegt hat. Müller selbst mag bei diesem Hype - "Le Figaro" etwa bejubelte den Roman als literarisches "Ereignis" - nicht mitspielen. Schließlich findet er den Roman, einen Celtic-Fantasy-Schinken, viel zu öde. Bunt gehe es zu, aber letztlich langweilig, wenn wieder einmal an die jugendlichen Protagonisten der Aufruf zum großen "Quest" ergehe, und sie sich wieder einmal auf ihren kaleidoskopischen Irrweg zwischen kräuterkundigen Feen und Kobolden in verwunschenen Wäldern machen, um, indem sie Zauberringe drehen und Zaubersteine drücken, wieder einmal die Welt vor den Mächten des Bösen zu erretten, schreibt Müller, der aus seiner grundsätzlichen Abneigung gegen das Genre keinen Hehl macht. Zu Gute hält er der Autorin, dass sie es schafft in diesem "aussichtslosen Gelände" eine persönliche Wendung zu finden, indem sie als Heldinnen ihresgleichen, also drei vierzehnjährige Mädchen, nehme und zwischen ihnen zarte Bande aus Gift und Freundschaft entspinne. Ansonsten empfiehlt er der jungen, "aufgeweckten" Autorin von solchem Fantasystoff in Zukunft die Finger zu lassen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.04.2003
Wunderkinder sind schon renitente Biester, besonders wenn sie wie Flavia Bujor mit zwölf Jahren einen dreihundert Seiten starken Fantasy-Roman vorlegen, der sich prompt zum Erfolgsschlager entwickelt. Wenn man das Kind schon nicht zurück an die Playstation bekommt, muss sich Thomas Laux gedacht haben, dann muss die Literaturkritik es eben loben. Und so attestiert er Bujor, die typischen Ingredienzien - Gute, Böse, magische Wesen und Rittergetümmel - in der Logik des Genres zu einem wirklich schlüssigen Cocktail gemixt zu haben und die Strukturgesetze eines Romans sogar mit "schlafwandlerischer Sicherheit" zu beherrschen. Aber es kommt noch schlimmer: Dieses "pubertierende Geschöpf", klagt Laux, überschreite auch noch die "gewöhnlichen Knalleffekte" durch ansatzweise tiefere Einsichten! Vollends zur Verzweiflung bringt den Rezensenten die Vorstellung, dass Bujor bald nicht mehr nur Tolkien fortschreiben könnte, sondern etwa Broch.
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