Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Dieter Henrich hat sich seit den sechziger Jahren darum bemüht, zusammen mit einer Theorie der Subjektivität eine Theorie der Kunst auszuarbeiten. In diesem Band sind Texte zusammengeführt, die Stationen auf diesem Weg und zugleich Orientierungspunkte für die Kunsttheorie in ihrer Durchführung markieren. Am Anfang steht eine Abhandlung über "Subjektivität und Kunst", welche die Grundzüge der Theorie entfaltet. Es folgen vier, zum Teil noch unveröffentlichte Abhandlungen, die im Anschluss an eine Auslegung der Systematik von Hegels Ästhetik die Grundzüge einer Diagnose der Lage der Kunst in der Moderne ausbilden. Der Band enthält zudem eine Reihe von Essays, unter anderem über Richard Wagner, über Samuel Beckett, über Ernst Gombrich und über einige besondere Aspekte der Grundlagen und der Gehalte einer Theorie der Kunst.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.05.2003
Die Band versammelt zum großen Teil bereits veröffentlichte Aufsätze und Essays des Philosophen Dieter Henrich. Für Sonja Asal stellen sie ein nur im Gestus bescheidenes, tatsächlich aber ein gewagtes Unterfangen dar: den Versuch nämlich, eine eigenständige Kunsttheorie zu entwickeln, die "ganz im Horizont der Hegelschen Ästhetik bleibt". Dabei will Henrich Hegels Rede vom "Ende der Kunst" nicht als These über den endgültigen Zerfall verstanden wissen, wie die Rezensentin erklärt, sondern als Aussage über die Form, in welcher Moderne Kunst noch möglich ist. So werde in Henrichs "Theorie der Subjektivität" Hegels "objektiver Humor" zur "Gestalt der Kunst nach ihrem Ende", in der sich der Gegenstandsbezug der Kunst ebenso bewahren lasse, wie die formale Innovation, wie sich die Rezensentin darzustellen bemüht. Leider wagt sie dabei weder eine Einordnung der Henrichschen Theorie noch ein Urteil über den vorliegenden Band an sich.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.04.2003
So richtig kann sich Thomas Meyer mit diesem Buch mit Aufsätzen nicht anfreunden. Er kritisiert, dass viele Texte im Grunde Überarbeitungen beziehungsweise Neuabdrucke von bereits erschienen Aufsätzen aus den letzten 40 Jahren seien. Dem Rezensenten fehlt zumindest ein Text, der "konzentriert zurück- und vorgreift". Wenn Henrich allerdings zur Philosophie Hegels kommt, laut Meyer dem "eigentlichen Held" dieses Bandes, gewinne die "Sprache" des Autors an Offenheit, lobt der Rezensent. Aber auch hier findet er zu monierende Punkte. Er hat den Eindruck, Henrich mache sich mehr und mehr zum "Bauchredner Hegels" und komme zu immer "apodiktischeren Aussagen". Meyer stellt auch enttäuscht fest, dass Henrich neuere Kunsttheorien offensichtlich nicht reflektiert und insbesondere bei seinem Aufsatz über Wagner kritisiert er, dass er sich von den Stuttgarter Wagner-Inszenierungen der vier Regisseure zum Beispiel gänzlich "unbelehrt" zeigt.
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