Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
3 CDs, Laufzeit cira 155 Minuten Zenos Gewissen. Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner. Bearbeitung und Regie: Norbert Schaeffer. Sprecher: Gerd Baltus, Hermann Lause, Manfred Steffen und andere. Zeno Cosini ist von schlechtem Gewissen geplagt. Unaufhörlich. Das Rauchen hätte er eigentlich schon längst aufgeben sollen. Seine Frau hätte er nicht nur deshalb heiraten sollen, weil zwei andere ihn abgewiesen haben. Die junge Sängerin hätte er nicht verführen sollen. Verstrickt in die mannigfachen Möglichkeiten der Selbst- und Fremdtäuschung, erzählt er auf Anraten seines Psychoanalytikers die Geschichte seiner Missgeschicke.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.06.2003
Martin Z. Schröder ist beeindruckt von dieser von Gerd Baltus eingesprochenen Hörspieladaption von Italo Svevos "Zeno Cosini", auch wenn man sie seiner Meinung nach nur dann wirklich genießen kann, wenn man das Buch nicht kennt, denn der Inhalt ist gewaltig gekürzt - aus 580 Seiten wurde 150 Minuten . Aber "fließend erzählt" ist das Ganze und deshalb auch stimmig. Auch von der Inszenierung ist der Rezensent angetan, es gibt "glitzernde Einfälle", die sorgfältig und "sparsam eingearbeitet" sind. Ab und zu gibt es einige Nachlässigkeiten, die den guten Eindruck zwar ein bisschen trüben. Insgesamt ist das aber nicht allzu zu dramatisch: "am Ende überwiegt die Wohligkeit, denn Baltus nimmt den feinen, nur oberflächlichen lässigen Ton des Buches gekonnt auf". Der Eindruck, der bleibt, ist, dass die ironische und andeutungsreiche Atmosphäre des Buchs gut erhalten blieb.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.03.2003
In Italo Svevos "Zeno Cosini" findet Eva Behrendt den "Erfinder und leidenschaftlichen Verfechter der 'letzten Zigarette'". Die in seinen Tagebuchaufzeichnungen als "L.Z." abgekürzte letzte Zigarette ist "Lebensmotto" dieses "paradigmatischen Antihelden der Moderne". Zeno ist "beinah zeitgenössisch", ein "Langweiler und bürgerlicher Hypochonder", der um seine "Liebe zu seinen Illusionen" ebenso wie um seine Schwächen weiß. So verwundert Behrendt das momentane "Zeno-Revival" nicht, in dessen Zuge nun auch der Hörverlag "Zenos Gewissen" in einer "intelligent komprimierten Bearbeitung von Norbert Schaeffer" produziert. Behrendt schwärmt für die distinguierte und "mit wunderbar ironisch-schwärmerischen Schnörkeln" ausgestattete Stimme des Ich-Erzählers, gelesen von Gerd Baltus, lobt die Besetzung der Nebenrollen mit Schauspielern wie Fritzi Haberlandt, Elisabeth Schwarz und Peter Kurth und kritisiert nur "ein bisschen" die nervende Musik, die wohl ein "marode-dekadentes Triest der Jahrhundertwende" verkörpern soll. Am Ende ist Behrendt zur "Nichtraucherin" geworden, während Zeno mit "besten Vorsätzen weiterraucht."
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








