Die Macht Wiens erstreckt sich auf ein im Laufe der Zeit unterschiedlich großes Gebiet, und auch seine weltpolitische Bedeutung variiert. Als Wien unter dem Namen Vindobona in die Geschichte eintritt, ist es als Legionslager Teil der römischen Verteidigungslinie, des Limes. In seiner Funktion als Grenzstadt befindet es sich häufig auf einer kulturellen Scheidelinie. Die ottonische Ostmark zählt zu den äußersten Vorposten des Heiligen Römischen Reiches in Mitteleuropa. Mehr als eineinhalb Jahrhunderte lang ist Wien zwischen den beiden Türkenbelagerungen das Bollwerk des Christentums gegen das Osmanische Reich. Nach dem Zweiten Weltkrieg und auch nach dem Staatsvertrag von 1955 ist Wien die letzte Station vor jenem Teil Europas, der unter kommunistische Herrschaft kam. Neben dieser Funktion als Grenzstadt wird das Schicksal Wiens auch von seinem Aufstieg zu einer Metropole geprägt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.02.2003
Trotz einigen Lobes steht der mit "Jdl" zeichnende Rezensent diesem Buch des französischen Germanisten Bled kritisch gegenüber. Letzterer habe in seiner "umfassenden Darstellung" viel Material zusammengesammelt, um die zweitausendjährige Geschichte der Stadt Wien aufzurollen, und habe sich nicht nur auf die politische Geschichte beschränkt, sondern auch Kunst und Gesellschaft einbezogen. Das große Manko des Buches sei allerdings, so der Rezensent, dass sich diese Ausführlichkeit nur bis zum Zusammenbruch der Monarchie halte, die restliche Geschichte Wiens dann aber mehr als stiefmütterlich behandelt werde.
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