Aus dem Amerikanischen von Miriam Mandelkow. Zwei Erzählstränge ranken sich in diesem Buch ineinander: die Geschichte der jungen Reporterin Leora, die in einem kleinen Antiquariat ein paar alte Gebetsriemen entdeckt und beschließt, mehr darüber in Erfahrung zu bringen. Und die Erinnerung des alten Bill Landsmann, für den sich das ganze vergangene Jahrhundert im Schicksal seiner Familie verdichtet. Eine moderne Familiensaga aus New York und der alten Welt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2003
Ein spannendes und klug aufgebautes Buch ist dieser Debütroman von Dara Horn, der auf "eindrucksvolle, leider manchmal überdeutliche" Weise die Verwobenheit von jüdischer Vergangenheit und Gegenwart demonstriert und zeigt, "wie eng fast alles in der Welt durch historische, religiöse, familiäre, sachliche Verbindungen verknüpft ist", lobt Rezensent Rolf-Bernhard Essig. Ein Gegenstand, der diese Verbundenheit symbolisiert, ist der Gebetsriemen, den viele jüdische Einwanderer bei Ankunft in Amerika über Bord warfen und der später bei Antiquitätenhändlern wieder auftauchte. Horn folgt der Geschichte der Familie Landsmann über 150 Jahre. Dabei stört Essig ein wenig die Überkonstruiertheit des Buches. Er spricht von "höchst kuriosen Zufällen" und "zuweilen penetranten Motivketten". Auch bewegten sich die Charaktere zu wenig weg von "ihrer Rolle als Funktionsfiguren". Doch das sind nach Meinung des Rezensenten "Anfängerfehler", die verzeihbar sind, denn "dieses Buch bietet mit seinen paar Unbeholfenheiten mehr für Herz und Verstand als so manch handwerklich makelloses Werk".
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