Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Konjunkturen des Rassismus
Klappentext
Herausgegeben von Alex Demirovic und Manuela Bojadzijev. Rassismus ist kein Problem, dass sich auf wenige Rechtsextreme beschränkt oder durch Konzepte innerer Sicherheit gelöst werden könnte. Vielmehr haben nationalistische und rassistische Ideologeme bis in die offizielle Politik hinein Verbreitung gefunden und haben zu einer Refiguration und Transformation des Rassismus geführt, nicht nur in Italien und Österreich. Diese neue Konjunktur wird häufig nicht angemessen wahrgenommen und blockiert die Verbreitung der Einsichten sowie die Weiterentwicklung der kritischen Rassismustheorie. Der vorliegende Band versammelt Beiträge international renommierter WissenschaftlerInnen, die diese tiefe Verstrickung von Rassismen im Alltag, in Medien und Institutionen, in Politik und Gesellschaft nachzeichnen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.06.2003
Der von Alex Demirovic und Manuela Bojadzijev herausgegebene Band "Konjunkturen des Rassismus" hat Rezensent Jens Kastner rundum überzeugt. Bojadzijev und Demirovic verstehen unter Rassismus "eine Form der sozialen Auseinandersetzung", die als solche nicht stabil sei, erklärt Kastner. Notwendig sei also eine Beobachtung von Konjunkturen des Rassismus. Die Einzelbeiträge weisen laut Kastner dementsprechend nach, dass die gegenwärtige Form von Rassismus, die die völkisch-nationalistische abzulösen beginne, an neoliberale Politiken geknüpft ist. Neben den Beiträgen von Eva Kreisky und Christian Christen, die im Blick auf Österreich beziehungsweise Italien das politische Zusammengehen von Neoliberalismus und Rechtspopulismus aufzeigen, hebt Kastner den Beitrag von Jost Müller hervor, der den rassismustheoretischen Blick auf den Alltag einfordert sowie Serhat Karakayalis und Vassilis Tsianos' Analysen des Zusammenhangs von Markt und Rassismus am Beispiel Deutschlands.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.02.2003
Das Buch geht auf eine Tagung des Frankfurter Instituts für Sozialforschung zum Thema "Rechtspopulismus und die Wirkung kritischer Rassismusforschung" zurück, informiert Gottfried Oy, und versammelt eine ganze Anzahl namhafter Autoren eben dieser kritischen Rassismusforschung, von Jürgen Link, Siegried Jäger und Nora Räthzel bis hin zu Etienne Balibar und John Solomos. Mit Kommentaren hält sich der Rezensent insgesamt zurück, erkennbar wird sein Urteil über dieses Buch nur bruchstückhaft. Gar nichts hält er davon, den Neoliberalismus als maßgeblich rechte politische Strategie einzuordnen, wie dies offenbar Ursula Birsl in ihrem Beitrag tut. Zu schätzen weiß Oy dagegen die "pointierte Skizze" der rechtspopulistischen Bewegungen und Parteien in Europa und den Beitrag der Herausgeberin Manuela Bojadzijev, die im antirassistischen Diskurs die aktive Rolle der Migranten gegen die "Stellvertreter-Rhetorik der deutschen Linken" stark machen will.
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