Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Arabischen von Doris Kilias. Das Mädchen Nada kommt blau angelaufen zur Welt. Die Eltern nennen es zärtlich-spöttisch 'blaue Aubergine' und haben höchste Erwartungen: Eine Prnzessin wird aus ihr, meint die Mutter, eine Weltraumforscherin, glaubt der Vater. Irgendwann findetsich Nada an der Uni wieder und versteht die Welt und ihren Körper nicht mehr. Sie verhüllt sich, versteckt sich unterem Kopftuch und sucht Zuflucht bei den religiösen Parolen der Islamisten. Aber auf ihre drängenden Fragen zu Liebe und Politik, Gesellschaft und Erwachsenwerden findet sie weder in der Tradition noch in der Revolte eine Antwort.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2003
Ein Frauenbuch aus der islamischen Welt, das so ungehemmt seinem Bekenntnisdrang nachgibt, berührt selbst einen abgebrühten westlichen Leser schmerzlich, sogar peinlich, gesteht Ludwig Amman. Vielleicht weil man es von dort nicht so erwarte, sinniert er. Miral al-Tahawi habe ein seltsames, stürmisches, trauriges Buch vorgelegt, weniger einen Roman als ein Tagebuch, das löblicherweise die Balance zwischen den "Leiden des jungen Werther und Freud" wahren könne, so Amman. Die Verfasserin dieses "Selendramas" stammt aus Ägypten; ihre Protagonistin heißt "Nada - nichts", weil sie im Jahr der ägyptischen Niederlage 1967 geboren wurde. Sie zieht sich "ins Schneckenhaus der totalen Verschleierung" zurück, studiert, träumt von einem Mann, legt irgendwann ihr Kopftuch ab, was die "Qualen der weiblichen Selbstfindung" keineswegs automatisch beende, fasst der Rezensent zusammen und lobt den desillusionierten analytischen Blick der Autorin, der ohne Schwarzweißdenken auskommt. Theoretisch durchschaue die Protagonistin ihre Probleme, in der Lebenspraxis bedeute dies jedoch schlicht Liebeskummer und heiße Tränen.
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