Herausgegeben von Julia Schmemann und einer Einleitung von Serge Schmemann. Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Berger.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2003
Der orthodoxe Theologen Alexander Schmemann ist hierzulande noch immer weidlich unbekannt, um so mehr freut sich Jan-Heiner Tück, dass nun mit den "Aufzeichnungen" endlich ein Teil seiner Schriften auf Deutsch erschienen sind. Sie enthalten Reflexionen zum politischen Zeitgeschehen ebenso wie Essays zu Fragen von Theologie und Kirche und gründen allesamt auf Schmemanns Hoffnung, die "christliche Lebenskunst aus dem Geist der Liturgie" zu erneuern. Dies für weltfremd zu halten, meint Tück, wäre ein Trugschluss. Gerade Schmemanns theologische Überzeugung, dass "das Letzte, der Frieden und die Freude, nur geschenkt werden kann", macht für Tück einen durchaus nüchternen Blick auf die realen Gegebenheiten möglich. Schließlich seien sämtliche Versuche des religiös heimatlos gewordenen Menschen, ein "Reich Gottes ohne Gott" zu installieren, verheerend ausgefallen. Auch die Leichtgläubigkeit gegenüber säkularen Glücksversprechen lasse sich so durchaus eingängig erklären. Interessant findet der Rezensent auch Schmemanns Gedanken zur orthodoxen Kirche, die sich, zwischen versteinertem Byzantinismus und vorsichtiger Öffnung zur Moderne hin und her gerissen, selbst im Weg stehe.
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