6 Audio-CDs. 422 Minuten. Lesung ausgewählter Briefe. Gelesen von Philipp Schepmann. Es war ein einziges Warten, ein Warten auf das Ende des Krieges, auf das Ende der Gefangenschaft im Krieg, in der Uniform. Heinrich Böll wurde im September 1939 mit 21 Jahren zur Wehrmacht eingezogen. Von 1939 bis 1945 wurde er in verschiedenen Kriegsschauplätzen eingesetzt, war lange im besetzten Frankreich stationiert und lernte den Krieg in seinem ganzen Schrecken bei zwei Einsätzen an der Ostfront im Sommer 1943 und 1944 kennen. Von Anfang an schrieb Heinrich Böll an die Eltern, die Geschwister, zum größten Teil jedoch an seine spätere Frau Annemarie. Entstanden ist daraus eine Chronik des Soldatenlebens, seiner Gedanken und persönlichen Erfahrungen mit der Disziplinierungsmaschinerie der Wehrmacht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2003
Sechs lange zähe Jahre verbrachte Heinrich Böll im Krieg und entsprechend umfangreich gedieh seine Korrespondenz. Auf sechs Stunden kommt die gelesene Fassung seiner "Briefe aus dem Krieg" an die Familie, verrät Christiane Zintzen, ein Umfang, der zumindest eine Ahnung von dem langsamen Vergehen der Zeit und dem zähen Ringen des Autors mit Fronterfahrungen, den eigenen existenziellen Krisen in Dingen der Religion, der Berufung zum Schreiben usw. vermittele. Nun muss diese gelesene Fassung allein von der Stimme des Schauspielers Philipp Schepmann getragen werden, die Zintzen zwar "agil" findet, aber wohl nicht agil genug, um "jenen Resonanzraum" zu eröffnen, der Bölls Erschütterungen, Beobachtungen, Selbstzweifel, seinen Selbstkampf offenbaren könnte.
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