Dietmar Rothermund beschreibt die Geschichte Indiens vom Ende des letzten antiken Großreichs über die glanzvolle Zeit der Mogulkaiser und die daran anschließende britische Kolonialzeit bis zur Gegenwart. Ein Schwerpunkt liegt auf dem 20. Jahrhundert, in dem das Land in einem dramatischen Freiheitskampf um den Preis der bis heute äußerst konfliktträchtigen Teilung in die beiden Staaten Indien und Pakistan die Unabhängigkeit errang.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.01.2003
Einerseits ist Andreas Eckert sehr angetan von diesem konzisen Überblick über die indische Geschichte. Autor Dietmar Rothermund mache das Thema auf gut hundert Seiten einer breiteren Leserschaft zugänglich und bereite die extrem komplexe Thematik knapp und sinnvoll auf: "Erst in der Beschränkung zeigt sich bekanntlich der Meister". Auf der anderen Seite findet der Rezensent diese Knappheit, die sich vor allem in der Beschränkung auf die politische Geschichte Indiens zeigt, zwar verständlich, nichtsdestotrotz an vielen Stellen bedauerlich. Er vermisst so einige Teildisziplinen, die die auf Indien bezogene Historiografie in den letzen Jahren bereichert haben, so zum Beispiel "die Umwelt- und die Geschlechtergeschichte" oder auch die "subaltern studies", die sich darauf konzentrieren, eine Geschichte von unten zu erzählen. Trotz alledem: Eckert ist beeindruckt von dieser Monografie über die Geschichte des Subkontinents, besonders von Rothermunds Aufbereitung des 20. Jahrhunderts.
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