Aus dem Englischen von Hans Reisiger und Helen Weyl. Mit einem Nachwort von Heinrich von Berenberg.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.05.2003
Mit großer Begeisterung hat der "alv" zeichnende Rezensent die vier biografischen Essays des Literaten, Essayisten und Historikers Lytton Strachey (1880-1932) gelesen, die nun im Band "Französische Paradiese" vorliegen. Stracheys herausragende Qualität sieht der Rezensent in seiner "lebensnahen und bekennend subjektiven Darstellung" historischer Figuren, seiner "feinen Ironie" und seinem brillanten Stil. Trotz Lücken und ungewohnten Gewichtungen vollbrächten die Essays das Kunststück, "den Menschen als fühlendes Wesen und Protagonisten seiner Zeit ganzheitlich heraufzubeschwören". Zwei der Essays sind berühmten Salondamen des 18. Jahrhunderts gewidmet, der Marquise du Deffand und ihrer Schülerin und späteren Rivalin Mademoiselle de Lespinasse. Mit ihrer Porträtierung gelinge Strachey ein "brillantes Apercu über die damalige Sittengeschichte". Als "Glanzstücke" des Bandes würdigt der Rezensent jedoch die "ebenso tiefgründige wie bewegende Analyse "von Stendhals Genie und die "subtile psychologische Hinterfragung" von Voltaires Affinität zu England.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.12.2002
Lytton Stracheys "Französische Paradiese" ist bereits vor siebzig Jahren erschienen, habe aber nach Ansicht der Rezensentin Franziska Meier nichts von seiner "Brillanz und Eleganz" eingebüßt. Die vier Portraits, die das Buch beinhaltet, werfen einen Blick auf vier namhafte Franzosen, aber auch auf das sich wandelnde gesellschaftliche Leben des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. Was man sich unter dem Begriff "Paradies" im gegebenen Zusammenhang vorzustellen hat, erläutert Meier mit Stendhal. Für diesen war es die künstliche Welt der Pariser Salons, wo sich Adel und einige Auserwählte zur gehobenen Konversation trafen. Die vier Lebensläufe seien wunderbar zu lesen, schwärmt Meier, niemals verfalle der Autor in akademische Pedanterie, er lebe vielmehr mit seinen Figuren, gleichzeitig sei es ihm aber gelungen, sie kritisch von außen zu beobachten. "Französische Paradiese" sei ein Buch, das man nur empfehlen könne, schwärmt Meier.
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