Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

David Bodanis

Emilie und Voltaire

Eine Liebe in Zeiten der Aufklärung

Cover: Emilie und Voltaire

Rowohlt Verlag, Reinbek 2007
ISBN-10 3498006452
ISBN-13 9783498006457
Gebunden, 443 Seiten, 22,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Hubert Mania. Emilie du Chatelet gehörte zu den größten Denkern des 18. Jahrhunderts. Ihre Studien zur Optik trugen zur Entdeckung der Fotografie bei, Einstein zog aus ihrer Arbeit auf dem Gebiet der Energieerhaltung höchsten Nutzen.Voltaire war von ihrem scharfen, schrankenlosen Geist ebenso beeindruckt wie von ihrer zügellosen Leidenschaft. Um einem Haftbefehl zu entgehen, verließ Voltaire mit Emilie Paris und lebte in einem entlegenen Schloss in Cirey-sur-Blaise. Hier richteten sie sich ein wissenschaftliches Forschungslabor ein, das bald zu einem Kristallisationspunkt der europäischen Aufklärung wurde. David Bodanis hat mit "Emilie und Voltaire" die längst fällige Biografie dieser außergewöhnlichen und fast vergessenen Wissenschaftlerin geschrieben, die Voltaires Werk maßgeblich beeinflusste. Der umfangreiche Briefwechsel, die Bücher und autobiographischen Notizen, die beide Protagonisten hinterlassen haben, aber auch die Polizeiprotokolle und Spitzelberichte, die Voltaire in die Bastille brachten, lassen die stürmische Zeit der Aufklärung vor unseren Augen wieder lebendig werden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2007

Rezensent Ludger Lütkehaus findet es absolut gerechtfertigt, der Beziehung von Emilie du Chatelet und Voltaire ein Porträt zu widmen, er ist aber dennoch enttäuscht von dem Buch, das David Bodanis vorgelegt hat. Dabei hätte Chatelet ein hervorragendes Buch verdient. Sie war laut Lütkehaus eine ausgezeichnete Physikerin, Mathematikerin und Philosophin, ritt und focht wie ein Mann und liebte, wen sie wollte. Der amerikanische Autor hat versucht, lebendige Lebensbeschreibung und wissenschaftliche Seriosität in seinem Buch zu vereinen, was ihm leider nur halbwegs gelungen ist, moniert der Rezensent. Während seine Figuren etwas hölzern wirken und es ihm nicht glückt, ihnen wirklich Leben einzuhauchen, schafft er es zumindest, ein Licht auf den zeitgeschichtlichen, wissenschaftlichen und philosophischen Horizont zu werfen, so Lütkehaus. Er lobt in diesem Zusammenhang den Kommentar und die Bibliografie des Anhangs, wenn er sich hier auch noch ausführlichere Informationen hätte vorstellen können. Gern verzichtet hätte er allerdings auf Bodanis "Plattitüden" über die Liebe oder das Wesen der Kreativität.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.08.2007

Hannelore Schlaffer hat mit diesem Buch eine herbe Enttäuschung erlebt. Die Lebensgeschichte der Emilie Du Chatelet hat sie bei Elisabeth Badinter schon besser gelesen. Im Hinblick auf die "intellektuelle Revolution" nämlich, für die die Geliebte Voltaires für Schlaffer das "lebendigste Beispiel" darstellt. Keine Spur davon in David Bodanis Biografie. Ungeduldig sucht Schlaffer nach der "energischen, ehrgeizigen, unartigen Person" Emilie und begegnet doch nur den romanesken Ambitionen des Autors im Gewand "historischer Richtigkeit". Und Schlaffer traut dem Autor und seiner Poesie nicht über den Weg. Zu geistlos, findet sie, zu kleinbürgerlich und zu wenig bedacht auf historische Differenzen.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren