Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Englischen von Hubert Mania. Emilie du Chatelet gehörte zu den größten Denkern des 18. Jahrhunderts. Ihre Studien zur Optik trugen zur Entdeckung der Fotografie bei, Einstein zog aus ihrer Arbeit auf dem Gebiet der Energieerhaltung höchsten Nutzen.Voltaire war von ihrem scharfen, schrankenlosen Geist ebenso beeindruckt wie von ihrer zügellosen Leidenschaft. Um einem Haftbefehl zu entgehen, verließ Voltaire mit Emilie Paris und lebte in einem entlegenen Schloss in Cirey-sur-Blaise. Hier richteten sie sich ein wissenschaftliches Forschungslabor ein, das bald zu einem Kristallisationspunkt der europäischen Aufklärung wurde. David Bodanis hat mit "Emilie und Voltaire" die längst fällige Biografie dieser außergewöhnlichen und fast vergessenen Wissenschaftlerin geschrieben, die Voltaires Werk maßgeblich beeinflusste. Der umfangreiche Briefwechsel, die Bücher und autobiographischen Notizen, die beide Protagonisten hinterlassen haben, aber auch die Polizeiprotokolle und Spitzelberichte, die Voltaire in die Bastille brachten, lassen die stürmische Zeit der Aufklärung vor unseren Augen wieder lebendig werden.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2007
Rezensent Ludger Lütkehaus findet es absolut gerechtfertigt, der Beziehung von Emilie du Chatelet und Voltaire ein Porträt zu widmen, er ist aber dennoch enttäuscht von dem Buch, das David Bodanis vorgelegt hat. Dabei hätte Chatelet ein hervorragendes Buch verdient. Sie war laut Lütkehaus eine ausgezeichnete Physikerin, Mathematikerin und Philosophin, ritt und focht wie ein Mann und liebte, wen sie wollte. Der amerikanische Autor hat versucht, lebendige Lebensbeschreibung und wissenschaftliche Seriosität in seinem Buch zu vereinen, was ihm leider nur halbwegs gelungen ist, moniert der Rezensent. Während seine Figuren etwas hölzern wirken und es ihm nicht glückt, ihnen wirklich Leben einzuhauchen, schafft er es zumindest, ein Licht auf den zeitgeschichtlichen, wissenschaftlichen und philosophischen Horizont zu werfen, so Lütkehaus. Er lobt in diesem Zusammenhang den Kommentar und die Bibliografie des Anhangs, wenn er sich hier auch noch ausführlichere Informationen hätte vorstellen können. Gern verzichtet hätte er allerdings auf Bodanis "Plattitüden" über die Liebe oder das Wesen der Kreativität.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.08.2007
Hannelore Schlaffer hat mit diesem Buch eine herbe Enttäuschung erlebt. Die Lebensgeschichte der Emilie Du Chatelet hat sie bei Elisabeth Badinter schon besser gelesen. Im Hinblick auf die "intellektuelle Revolution" nämlich, für die die Geliebte Voltaires für Schlaffer das "lebendigste Beispiel" darstellt. Keine Spur davon in David Bodanis Biografie. Ungeduldig sucht Schlaffer nach der "energischen, ehrgeizigen, unartigen Person" Emilie und begegnet doch nur den romanesken Ambitionen des Autors im Gewand "historischer Richtigkeit". Und Schlaffer traut dem Autor und seiner Poesie nicht über den Weg. Zu geistlos, findet sie, zu kleinbürgerlich und zu wenig bedacht auf historische Differenzen.
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