Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.10.2002
Ähnlich wie Ulrich Pfisterer, dessen Untersuchung über Donatello Rezensent Sebastian Schütze gemeinsam mit Valeska von Rosens Studie über Tizian bespricht, habe auch die Autorin die Kategorie "Stil" ins Zentrum ihrer Betrachtungen gestellt. Mit der Annahme, Venedig sei kein "Zentrum des frühneuzeitlichen Malereidiskurses" gewesen, räume Rosen "gründlich" auf. Sehr überzeugend verbinde sie Theorie und Praxis und zeige dem Leser, dass Tizians Gemälde keine Spiegel, sondern Teil eines Gesprächs seien. Außerdem verweist sie, ebenfalls sehr beeindruckend, lobt der Rezensent, auf die "besonderen Qualitäten der venezianischen Farbe" und präsentiert einen "Wettstreit" zwischen Tiziano und Aretino, "detailliert entwickelte" Bildanalysen und eine These, die Schütze besonders "fruchtbar" und "notwendig kontrovers" findet: Rosen lese nämlich die für den Tizian der mittleren und späteren Jahre charakteristische "Offenheit des Pinselduktus", seine 'colpi di pennello', als 'Strategien innerbildlicher Reflexion' über seinen medialen Status", informiert der Rezensent.
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