Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jochen Schmidt

Müller haut uns raus

Roman

Cover: Müller haut uns raus

C. H. Beck Verlag, München 2002
ISBN-10 3406486991
ISBN-13 9783406486999
Gebunden, 350 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

In dem Erstling Jochen Schmidts befindet sich der Ich-Erzähler in einer schwierigen Situation. Wegen einer halbseitigen Gesichtslähmung kann er nur noch grinsen und muss ins Krankenhaus. Die Ursache für diese Erscheinung mag entweder Stress oder Entspannung nach dem Stress sein. Ähnlich unentschieden ist aus die Haltung des Helden gegenüber sich selbst. Irgend etwas ist schiefgelaufen, und sein Körper protestiert. So setzt der Held sich mit seiner Vergangenheit auseinander und lässt noch einmal die Jahre nach der Wende Revue passieren.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Müller haut uns raus - Jochen Schmidt bei C.H. Beck

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002

Jutta Persons Urteil über diesen Debütroman ist wohlwollend, aber nicht ungetrübt. Zwar geht es dem jugendlichen Helden bei seinem Lebensrückblick auf die 90er Jahre, der durch eine "halbseitige Gesichtslähmung" motiviert wird, um "Tiefschürfendes", nämlich um den Sinn des Lebens. Aber der Ich-Erzähler und Namensvetter des Autors, der sich als Heiner-Müller-Bewunderer und Möchtegern-Schriftsteller zu erkennen gibt, kann es nicht lassen, alle "Antwortversuche" auf diese drängende Frage in "Selbstironie zu ertränken", meint die Rezensentin, die das etwas zu stören scheint. Dieses Buch, das einige "erotische und geografische Pendelbewegungen" schildert, sei weniger "Roman" als "Erlebnisbericht", meint Persons und findet die Erinnerungen des Protagonisten "zu lang geraten". Das Buch sticht ihrer Ansicht nach auch nicht durch "große Sprünge" im Stil hervor und die DDR-Vergangenheit genauso so wie das "große Idol Heiner Müller" wirken "wie Staffage", kritisiert sie. Doch hebt sie immerhin "gelungene Episoden" hervor und versichert, dass wer in ähnlichen Umständen die 90er erlebt hat, "in Erinnerungen schwelgen" kann.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2002

Dem Autor ist seine Herkunft von einer Berliner Lesebühne anzumerken, so Jörg Magenau, weil er die Form verweigere. Lesebühnendichter setzen ihr Leben "direkt in Text um", erläutert der Rezensent, ihnen sei die Gattung Literatur und überhaupt jeder Künstlerhabitus suspekt. Insofern stellt Jochen Schmidts erster Roman "Müller haut uns raus" für Magenau auch keinen Roman dar, sondern eine Erlebnissammlung, eine Aneinanderreihung von Anekdoten, die er genüsslich zur Kenntnis genommen hat. Denn Schmidt ist von einer unendlichen Erzähllust gepackt, einer Lust auch an der Sprache, mit deren Hilfe sich Pointen aufspüren lassen, lobt Magenau. Witzig und anekdotisch berichten Schmidt alias sein Held Schmitt von der Nachwendezeit in Ostberlin, vom Erwachsenwerden, ersten Reisen, fortgesetztem Liebeskummer, ständig nagender Traurigkeit, die sich am besten schreibend kommentieren und kurieren lasse. Eine "gesunde Dosis Hypochondrie" gehört schließlich zum Schreiben dazu, behauptet der Rezensent.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren