Bücher der Saison
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Klappentext
Mit 100 Farb- und 60 s/w-Abbildungen. Gerhard Richter, geboren 1932, gilt heute weltweit als einer der einflussreichsten internationalen Künstler. In den vergangenen vierzig Jahren ist ein Werk entstanden, das seine herausragende aktuelle Position aus dem Dialog der Malerei mit dem mechanischen Reproduktionsmedium der Fotografie gewonnen hat. Die für sein Oeuvre charakteristische thematische Vielfalt und der stilistische Bruch erwiesen sich dabei nicht als Widerspruch, sondern lediglich als Wechsel des Blickpunktes bei dem Versuch, so Richter, sich ein Bild von dieser Welt zu machen. Für seine Darstellung hat Dietmar Elger nicht nur das publizierte Material zu Gerhard Richter ausgewertet, er erhielt auch uneingeschränkten Zugang zum Archiv und dem gesamten Schriftverkehr im Atelier des Künstlers. Vor allem aber sind in das Buch die Ergebnisse ausführlicher Gespräche mit dem Künstler sowie mehreren Zeitzeugen eingegangen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002
Recht hart geht Rezensent Holger Liebs mit Dietmar Elgers "Gerhard Richter, Maler" ins Gericht. Zwar quillt das Werk des ehemaligen Assistenten Richters laut Liebs schier über vor Fakten und Zahlen. Letztlich, so Liebs höhnisch, sei es aber doch nur den Ausführungen, Hinweisen und Archivbeiträgen des Meisters "hinterherbuchstabiert". "Das ist Hagiografie", lautet der Hauptkritikpunkt des Kritikers: Um eines roten Faden willen betreibe Egler Geschichtretusche, "um bloß keine Widersprüche offen legen zu müssen". Kunstgeschichtlich offensichtlich etwas sattelfester hält Liebs dagegen, dass Richters Kunst nicht einförmig gemacht werden wolle, da sie von sich aus widersprüchlich sei: "gleichzeitig seriell und von einzigartiger Monumentalität, abstrakt und doch immer auf andere Bilder verweisend, makellos und doch verzerrt, bisweilen intim-kontemplativ, aber auch neutral bis ins Mark." Einsichten, die dem Autor anscheinend verwehrt blieben.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.11.2002
Nichts geringeres als eine "umfassende Geschichte der deutschen Kunst der letzten fünfzig Jahre" legt Dietmar Elger mit seiner Biografie des Malers Gerhard Richter nach Ansicht von Christoph Heinrich vor. Zwar beginnt die Biografie Richters, für den Rezensenten einer "unserer produktivsten und wandelbarsten" Künstler, seines Erachtens ziemlich schwach, wird dann aber "richtig lesenswert". Elger, seit 18 Jahren in engem Kontakt dem Künstler, gelingt nicht nur eine "kenntnisreiche Darstellung" von Richters Entwicklung, sondern zugleich ein Who's who der deutschen Kunstszene nach 1945, lobt Heinrich. Er hebt hervor, dass Elger respektvolle Distanz zu seinem Gegenstand bewahre. Gegen Peter Winters "furiosen Verriss" des Buches in der FAZ, die in dem Vorwurf gipfelt, Elger habe lediglich eine "Untersuchung nach Aktenlage" vorgelegt, nimmt Heinrich den Autor in ausdrücklich Schutz. Elger liefere mehr, er analysiere die Hauptwerke, diskutiere Sekundärliteratur, sammle Stimmen zur Rezeption, und veröffentliche stille Überlegungen des Künstlers. Richter und das um ihn versammelte Personal bleiben dabei allerdings etwas blass und blutleer, hält Heinrich fest und fragt sich, ob im vorliegenden Fall eine überschaubar gegliederte Untersuchung zu einzelnen Aspekten dem Stoff nicht angemessener gewesen wäre. Doch auch wenn das Buch keine packende Lebensgeschichte sei, lese man es mit dennoch mit großem Gewinn.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2002
Gerhard Richter ist kein dankbares Objekt der Lebensbeschreibung: "Ich sehe nie einen Sinn", sagt er selbst, und über sich und sein Werk gibt er nur höchst unbefriedigende Auskünfte. Dietmar Elger hat es dennoch gewagt, eine Biografie zu schreiben - jedoch ist er dabei, wie der Rezensent Thomas Wagner beklagt, zu vorsichtig vorgegangen: Jede Menge Fakten hat er versammelt, fleißig und brav, eine eigene Perspektive aber auf das Werk oder die Person verweigert der Autor. Wo es "brisant" wird - so Wagner - flieht Elger in die "bürokratische" Aneinanderreihung der Tatsachen und folgt ansonsten ganz den Vorgaben Richters. Auch methodisch scheint dem Rezensenten das Buch sehr bedenklich ausgerichtet: Bei den Analysen gehe es Elger um nichts anderes als die "Rekonstruktion der Motivation Richters": keine eigenständigen Interpretationen, keine Betrachtung der Werke gelöst vom Leben.
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