Herausgegeben von Thomas Wright. Aus dem Englischen von Maria Mill. "Denken kann ich einzig und allein in Geschichten. Auch der Bildhauer überträgt seine Gedanken nicht etwa in Marmor. Er denkt in Marmor." Wie brillant und anschaulich Oscar Wilde in Geschichten dachte, zeigt diese Sammlung, die seine "spoken stories" zum ersten Mal zugänglich macht. Es waren diese mündlich vorgetragenen Geschichten, die bei seinem Publikum die unauslöslichsten Eindrücke hinterließen, und viele seiner Freunde waren überzeugt, dass Wildes schöpferische Kraft dann am größten war, wenn er erzählte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2003
Der "Lord of Language" soll Oscar Wilde gewesen sein, berichtet der Rezensent Holger Gumprecht, ein begnadeter Erzähler und "brillanter Sprecher", dessen gesprochenes Wort so geschliffen war, dass es seine Zeitgenossen tief beeindruckte. 42 vor allem mündlich überlieferte "Tischgespräche", Anekdoten, Fabeln und biblische Geschichten, habe Thomas Wright in diesem Band zusammengetragen. Doch kann der Rezensent dem Herausgeber nur beipflichten, wenn dieser schreibt, die Geschichten verlören durch die schriftliche Übertragung an Lebendigkeit. Und dies sei angesichts des Vorhabens nur allzu verständlich, schließlich habe Wright "schlichtweg das Unmögliche versucht", nämlich "die Kunst eines Meisters des geistvollen Parlierens, ein Stück rhetorischer Pyrotechnik, zwischen zwei Buchdeckel zu pressen". Doch dazu gesellen sich auch formale Beanstandungen von Seiten des Rezensenten. Nicht nur dass der Herausgeber seine Authentizitätsansprüche erstaunlich niedrig ansetze, in den 200 Seiten des Bandes gehe Wildes Wort in der Flut des Wrightschen Kommentars regelrecht unter. Wie schade, so Gumprecht abschließend, dass es von Wilde keine Tonaufnahmen gibt, um sich von dessen Sprechen ein Bild zu machen.
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