Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Englischen von Sabine Roth und Walter Ahlers. Als der geheimnisvolle Pilgrim im Frühjahr 1912 in die Burghölzli-Klinik eingeliefert wird, will er nur noch eins: sterben. Und stellt damit alles, wofür der aufstrebende Nervenarzt Dr. C. G. Jung bisher gelebt hat, in Frage. Je näher die beiden ungleichen Männer sich kommen, desto mehr lösen sich die Grenzen zwischen Mythos, Wirklichkeit und Traum in einer turbulenten Kette von Ereignissen auf. Eine tour de force durch Kunst, Geschichte und die Tiefen der Seele.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.09.2000
Nicht viel abgewinnen konnte Wolfgang Schneider diesem Buch. Er findet zwar, Findley sei ein guter Stilist. Aber das klingt eher, als ob einer seinen Frisör hier lobt. Ansonsten zeigt der Rezensent sich eher genervt vom prätenziösen und "gezwungenen" Versuch des Autors, C.G. Jungs Konzept vom kollektiven Unbewussten als individuelle Seelenwanderung durch die Kulturgeschichte zu illustrieren. Vom trojanischen Krieg bis zur Mona Lisa ist Patient Pilgrim durch die Jahrhunderte gewandert, erzählt der ermüdete Rezensent. Und die Rätsel, die Detektiv C.G.Jung (sic!) dabei zu lösen hatte, waren, wenn wir den Rezensenten richtig verstanden haben, die fünfhundertfünfzig Seiten nicht wirklich wert. Wohl auch, weil Findley "beim Eindampfen von Kulturgeschichte einen Volkshochschulton" nicht immer vermeiden konnte. Deshalb sei der Roman, findet Schneider, lediglich Jung-Anhängern zu empfehlen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.07.2000
Kurz und prägnant bringt Alexandra Kedvec ihre Kritik auf den Punkt: "allesdrin", aber "kaum etwas dran". Drin in diesem "irreführend" als "Der Gesandte" betitelten Roman ist die gesamte Kulturgeschichte als Bettgeschichte, große Weltgeschichte als Geschichte privaten Lebens; nicht dran sind Kedvec zufolge die Ingredenzien überzeugender Literatur. Die etwas merkwürdige Konstruktion des Romans um einen unsterblichen Helden, der in einer Klinik C.G. Jung begegnet, erlaube es dem kanadischen Autor, der mit "The War Zones" schlagartig berühmt geworden war, quer und anekdotenhaft durch die Geschichte zu streifen. Im Ergebnis ein eher seichtes Werk, faßt die Rezensentin zusammen, bei dem die Übersetzung nur "verschlimmbessern" konnte.
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