Aus dem Englischen von Angela Praesent. Aus dem Rahmen fallen sie alle - die schillernden Figuren in Christina Chius Geschichten sind allesamt schwarze Schafe: selbstmordgefährdet oder schwul, magersüchtig oder kriminell, überangepasst an den Ehrenkodex ihrer Familienclans oder lustvoll ausbrechend. Wer verletzt wen, wenn Eltern und Großeltern aus der chinesischen Einwanderergeneration die alten Traditionen hochhalten, während ihre Kinder längst ihre eigenen Wege gehen - in die Vielfalt westlicher Lebensweisen? Die Helden dieser Shortcuts sind auf vertraute Art verloren. An den Entscheidungspunkten ihrer zerrissenen Lebensentwürfe entdeckt Christina Chiu tragikomische Momente von Wahrheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2002
"Sehr viel Talent" verrät dieses Debüt, findet Hardy Reich und hat sich offensichtlich sehr vergnügt mit der Lektüre der "elf Episoden", die allesamt locker miteinander verknüpft sind, so dass sich "die subjektiven Sichtweisen kommentieren und korrigieren" können. Manchmal fand der Rezensent die Verknüpfungen all der amerikanischen Chinesen der Großfamilie Wong miteinander zwar "etwas bemüht", aber alles in allem bieten sie ihm doch eine "reizvolle literarische Zwischenform" - kein Roman und auch keine nur zusammengesammelten Storys. Immer wird dem jeweiligen Erzähler-Ich ein eigener Tonfall gegönnt, schreibt Hardy Reich, ob es der "Skateboarder aus Manhattans Chinatown" ist oder die "greise Matriarchin in Hongkong": immer bleibe die Sprache der Autorin erkennbar, auch in der "vorzüglichen" Übersetzung von Angela Praesent, urteilt der Rezensent.
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