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Franz Josef Czernin
elemente, sonette
Klappentext
Wasser, Feuer, Erde, Luft - die Urprinzipien der Welt. Vier Elemente, aus denen jedes Sein besteht. Franz Josef Czernin macht diese mythischen Urkategorien der Elemente nicht nur zum Thema seines Sonettenzyklus, sie prägen die Gedichte auch in ihrer Form. Die Sprache ist von Element-Metaphern wie "ganz Feuer und Flamme" oder "Du bist Luft für mich" durchsetzt und weist mit ihrer Bildhaftigkeit darauf hin, wie tief die Elemente in die Natur der Sprache reichen.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.01.2003
In der modernen Lyrik ist der Anteil der Substantive übermächtig. Nicolai Kobus zitiert Gottfried Benn, für den nur Substantive den nötigen "Wallungswert" besaßen. Ganz anders geht es dagegen bei dem steiermärkischen Dichter Franz Josef Czernin zu, dessen Verse keine statischen Gebilde darstellen und "keine Ideen behaupten", wie Kobus schreibt, sondern ein ständiges Werden und Wandeln sind. Ein Fest der Verben und Partizipien, freut sich der Rezensent. Damit der starke Bewegungsdrang mit dem Dichter nicht völlig durchgeht, habe er sich die strenge Form des Sonetts verordnet, in dessen leicht gebrochener Gestalt er über die vier Elemente Wasser, Luft, Erde, Feuer sinniere. Vieles liest sich wie ein geplündertes und verdrehtes Wörterbuch der Redewendungen, meint Kobus; ihm sei nicht klar gewesen, wie viele unserer alltagssprachlichen Ausdrücke aus diesem Elementarbereich stammen. Seit jeher begleite Czernin seine dichterische Arbeit durch poetologische Reflexion; in diesem Band fällt beides aufs Schönste zusammen, schreibt Kobus begeistert.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002
Manchmal, nur manchmal vermag Poesie, so wie es Czernins Versen gelingt, wieder in den Kopf zurückzukehren und sich dort zu entfalten, zu springen und zu tönen "als ginge es ums Ganze", schreibt Nico Belutge in unüberhörbar ehrfürchtiger Bewunderung. Die systematische Herangehensweise Czernins, der jedem Element die gleiche Anzahl der insgesamt knapp 130 Sonette zuordnet, kann den Leser auf den ersten Blick "frösteln" lassen, gesteht Bleutge. Und die Strenge, mit der Czernin die klassische Sonettform und das Versmaß - meist sechshebige Jamben - durchhält, wirke zwar "erhaben" und offenbart seinen "ungeheuren Anspruch", scheint aber zunächst als "abstrakt und fern wie ein philosophisches Konstrukt". Wer sich aber von den Äußerlichkeiten nicht abschrecken lasse, dem garantiert Bleutge wundersame und kunstvolle Variationen der Sprache und eine "intensive Art von Sinnlichkeit", die Czernins "archaischen Tonfall" wärmend durchdringe.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.10.2002
Franz Josefs Versuch einer systematischen Erforschung der Dichtkunst, die er mit seinem neuen Sonette-Zyklus vorlegt, lassen Leopold Federmair den Sinn dieses Unterfangens vermissen. Federmair entdeckt in den Dichtungen lediglich das Prinzip, Kontexte zu entgrenzen und ein Höchstmaß an Mehrdeutigkeit entstehen zu lassen. Das häufige Einflechten von Wortspielen, auch wenn sie nirgendwohin oder "in die Horizontlosigkeit führen", sind für den Rezensenten vergebene Versuche, aus den Ansätzen irgendetwas konstruktives entstehen zu lassen. "Aufblitzende Bedeutung" werde zerstört - "was bleibt, ist die formale Erfüllung der Sonettform". Eine solch rein auf die Form abzielende Dichtung sei nicht befriedigend, weil der Autor einzig versucht sei, ein metrisches Schema zu erfüllen und dabei "kaum Rhythmus" entfaltet. Federmair lässt kein gutes Haar an den Bemühungen Czernins, von denen er den "Eindruck des Maschinellen" bekommt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.09.2002
In ihrer langen Besprechung, in der Cornelia Jentzsch auch einen gleichzeitig mit den Gedichten erschienenen Essayband des österreichischen Dichters Franz Josef Czernin ausführlich würdigt, kommt die Rezensentin zu dem Schluss, dass der Autor besser über Gedichte schreiben als dichten kann. Im vorliegenden Band habe er sich ganz den vier Elementen Wasser, Erde, Feuer und Luft verschrieben und klopfe sie "wortwörtlich" nach "poetischer Erkenntnis" ab. Doch so sehr er die poetischen Bilder drehe und wende, so "unweigerlich" habe er leider auch die "schwerelose Poesie" aus seinen Sonetten herausgeschrieben, bedauert Jentzsch. Doch einen Trost hat sie gefunden: Ein "aufschlussreiches essayistisches Nachwort", in dem die ganze "Poetik des Bandes" ruhe, entschädige für die weniger gelungenen Verse.
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