Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Englischen von Udo Rennert. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts ist noch nicht abgeschlossen. Seine Umbrüche und Katastrophen haben Druckwellen erzeugt, die bis heute nachwirken. Mit Optimismus skizziert Eric Hobsbawm in dem vorliegenden Gespräch die Bedingungen, unter denen das 21. Jahrhundert antritt, und nennt die Prinzipien, nach denen bei Gefahr katastrophaler Entwicklungen politisch gehandelt werden muß.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.08.2000
In einer ausführlichen Kritik skizziert H. D. Kittsteiner zunächst die Biografie des berühmten britischen Historikers, der, 1917 geboren, aus einer englisch-österreichischen Familie stammt, um 1930 in Berlin lebte und dann nach Großbritannien ging. Schon mit 15, so Kittsteiner, entschloss sich Hobsbawm, Kommunist zu werden, erst 1956 ging er auf Distanz zur Partei, ohne auszutreten. Im Marxismus erblickt Kittsteiner denn auch den Schlüssel zu Hobsbawms Weltsicht, die er mit Distanz, Respekt aber auch Ironie nachzeichnet. Einigermaßen skeptisch referiert er Hobsbawms Thesen zur Globalisierung, die er irgendwie "kontrollieren" will. Bei seinen Thesen zur kulturellen Dominanz der USA fühlt sich Kittsteiner befremdet: "Der deutschsprachige Leser sieht nicht ohne Erstaunen, wie ungezwungen Hobsbawm Gedanken aneinander reiht, die für ihn durch Abgründe getrennt sind". Es lese sich ungefähr so, als hätten Carl Schmitt und Adorno ein Buch gemeinsam verfasst. Die Interviewfragen von Antonio Polito findet der Rezensent ein kleines bisschen zu respektvoll - trotzdem rät er zum langsamen Lesen des schmalen Bandes und zum Weiterdenken der von Hobsbawm vorgebrachten Thesen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2000
Mit großem Interesse hat Franziska Augstein das Gespräch, das hier in Buchform veröffentlicht wurde, gelesen. Hobsbawm beschäftige sich mit den "großen Fragen der modernen Geschichte" und es sei sein Verdienst, diesen nicht mit "abstrakten Erklärungen" und "Überhöhungen" zu begegnen, sondern sich ihnen am konkreten Beispiel zu nähern. Seine Überlegungen gäben der "Geschichte Gestalt", lobt die Rezensentin, die besonders Hobsbawms Ausführung zur Entstehung von Traditionen beeindruckend findet. Explizit lobt sie auch die Übertragung des Gesprächs ins Deutsche. Ihr sei nicht anzumerken, dass es sich um eine Übersetzung handele, so "natürlich" würde sie sich lesen, wenn die Rezensentin auch kleinere Fehler entdeckt hat.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.04.2000
Die Stärke dieses Buches lässt sich nach Ansicht Michael Birnbaums vor allem an zwei Punkten festmachen: Zum einen habe der Journalist Antonio Polito mit dem "Universalhistoriker" Eric Hobsbawm einen weitsichtigen Interviewpartner gewonnen, zum anderen lebe dieses Buch gerade von der Gesprächsform. Denn viele der angesprochenen Themen, die als zusammengefasster Text "recht theoretisch und leblos" erscheinen würden, lesen sich auf diese Weise gut nachvollziehbar, ohne deswegen oberflächlich zu werden, findet Birnbaum. Zwar ist dem Rezensenten nicht jeder Gedankengang neu, aber man merkt deutlich, wie fasziniert er dennoch von manchen Erläuterungen Hobsbawms ist, etwa da, wo dieser über die Globalisierung spricht, die für ihn vor allem von einer "Aufhebung von Entfernung und Zeit" abhängt, als von wirtschaftlichen Hürden. Interessant scheinen dem Rezensenten darüber hinaus auch Hobsbawms Gedanken über internationale Konflikte und eine sich verändernde Kriegsführung.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000
Das neue Buch des englischen altlinken Historikers Hobsbawm knüpft in gewisser Weise an "Das Zeitalter der Extreme" an, so Rudolf Walther in seiner sympathisierenden Besprechung. Das Buch gibt ein Gespräch wieder, das Hobsbawm mit Antonio Polito geführt hat, nun in acht Kapitel geordnet, die sich den verschiedensten Fragenkomplexen widmen: der transnational operierenden Politik der Wirschaftskonzerne, dem Bevölkerungswachstum, der Zukunft von Krieg und Frieden, der neuen Bundesrepublik usw usf. Hobsbawm begibt sich hier auf unsicheres Terrain, er prognostiert, aber nie "doktrinär oder rechthaberisch", meint Walther, sondern "vorsichtig abwägend und die Möglichkeit eines Irrtums einräumend".
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