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zuletzt aktualisiert 20.03.2010, 13.13 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Leo Perutz

Der schwedische Reiter

Roman

Cover: Der schwedische Reiter

Zsolnay Verlag, Wien 2002
ISBN-10 3552052135
ISBN-13 9783552052130
Gebunden, 256 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Hans-Harald Müller. Wundersam bunt und düster zugleich schildert Perutz die Welt in "Der schwedische Reiter", der den Leser im Nu in die Zeit um 1700 versetzt. Der Roman erzählt vom verflochtenen Schicksal zweier ungleicher Männer: Krieg und Barbarei beherrschen die Szenerie, in der ein namenloser Vagabund und der desertierte schwedische Offizier Christian von Tornefeld aufeinander treffen. Der eine nimmt mit List und Tücke, aber ebenso aus Liebe zu einer jungen Frau die Identität des anderen an...

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.12.2002

Rezensent Stefan Berkholz nimmt die Neuauflage von Leo Perutz’ Roman "Der schwedische Reiter" zum Anlass, "einen der besten Erzähler seiner Zeit" vorzustellen. Mit seinen historischen Romanen habe Perutz "den Lesern ein Gleichnis schaffen" wollen, "damit sie Orientierung fänden in heilloser Zeit". Doch seien Perutz’ historische Romane etwas Besonderes, in der Art wie sie die Welt mit "unwirklichen Gestalten und Visionen" bevölkerten, und in ihrer Sprache, die weit weg von der "Papiersprache" - wie Perutz selbst gesagt habe - sich daran orientiere, wie "die Großmutter Geschichten erzähle". Von dem Roman als solchem zeichnet Berkholz vor allem die Handlung nach - zwei Männer, ein vogelfreier Adliger und ein Landstreicher, die die Rollen tauschen und "hoffen, dadurch ihr Schicksal meistern zu können" - und Perutz’ Leben zur Zeit seiner Fertigstellung - die Flucht aus dem nationalsozialistischen Deutschland und die finanzielle Misere. Letztlich wendet sich auch Berkholz’ Fazit nur halb dem Buch zu: "Eine Tragödie, wie auf dem Reißbrett entworfen, logisch und streng durchdacht, magisch und spannend und so unerklärlich und fantastisch wie viele Bücher von Leo Perutz."

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2002

Andreas Breitenstein entdeckt den jüdischen Autor Leo Perutz anhand seines Romans "Der schwedische Reiter" von 1936 wieder - mit seinen Stärken und seinen Schwächen. Im Zuge des allgemein erwachenden Interesses an der deutschen Prager Literatur ist eine Neuausgabe des Romans erschienen, den der Rezensent trotz einiger Kritikpunkte als durchaus lesenswert einstuft. In dem Werk über einen Dieb und einen Edelmann im Schlesien des frühen 18. Jahrhunderts mischen sich die verschiedensten Gattungen, schreibt Breitenstein: Historienroman, Kunstmärchen, Liebesgeschichte, dies alles unter vielen Rückgriffen auf bekannte Werke von Schiller bis Kleist. Das Manko des Romans ist allerdings, so der Rezensent, dass er viel zu sehr von der Form her gedacht sei, so dass auch ein eigentlich vielversprechendes Motiv wie der moralische Zwiespalt des Diebs nicht genügend psychologisch ausgeleuchtet werden könne, was dem Roman einiges an Spannung nehme. In der Gesamteinschätzung des Rezensenten scheinen sich Stärken und Schwächen des Autors auszugleichen: "Man sollte Leo Perutz nicht überschätzen - unterschätzen aber darf man ihn auch auf keinen Fall."

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