Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ezra Ben Gershom

Der Esel des Propheten

Eine Kulturgeschichte des jüdischen Humors

Cover: Der Esel des Propheten

Primus Verlag, Darmstadt 2000
ISBN-10 3896781707
ISBN-13 9783896781703
Gebunden, 277 Seiten, 39,88 EUR

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Klappentext

In diesem Buch über die reiche Tradition des jüdischen Humors lässt BenGershom etwas von der durch Jahrtausende sich wandelnden jüdischen Lebenswirklichkeit durchblicken. Viele, nicht allgemein bekannte Beispiele aus der mehr als dreitausendjährigen Geschichte laden dazu ein, über den menschlichen Humor insgesamt erneut nachzudenken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2000

Oliver Maria Schmitt ist etwas ratlos angesichts dieses Versuchs einer Kulturgeschichte des jüdischen Humors. In seinem "überaus lesenswerten Vorwort" gestehe der israelische Autor ein, weder "Humor" noch das "Jüdische" definieren zu können. Der Rezensent stellt fest, dass Ben-Gershom sich davon nicht "entmutigen" lässt und unverzagt eine große Anzahl von "Humorfundstücken und -definitionen" ausbreitet, die zeitlich vom frühen Talmud bis zum Humor nach der Shoa reicht. In der weiten Spannbreite der Beispiele sieht er denn auch das Hauptproblem des Buches, denn bei den vielen Details vermisst der Rezensent "Systematik und argumentative Struktur". Zudem werde vieles ausgespart, was den Vorlieben des Autors nicht entspricht und so manches an Begriffen nicht geklärt, tadelt Schmitt. So wundert er sich beispielsweise über die ominöse "Sexkomik", die der Autor bei Woody Allen feststellt, ohne sie näher zu definieren. Am Ende komme Ben-Gershom zu dem "verblüffend einfachen" Schluss, fast alles könne dem Menschen komisch erscheinen. Das kommt dem Rezensenten dann doch etwas komisch vor.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.09.2000

Keine launige Sammlung jüdischer Witze sondern die Analyse des jüdischen Humors und seiner Kulturgeschichte, so Friedemann Kluge, hat der Autor hier vorgelegt. Seine Antworten sind dabei natürlich keine endgültigen, aber was er bietet, schreibt der Rezensent, ist eine intelligente Kulturgeschichte, die von der Bibel bis zu Witzen im heutigen Warschau beispielsweise reicht. Das "Jüdische" ist an diesem speziellen Humor die "Reziprozität von Gottes Humor und menschlichem Humor", denn nach haggadischem Verständnis lacht und weint Gott mit den Menschen. "Geistreich und spannend" ist das beschrieben, meint Kluge, und der Autor hat auch den Humor vieler Literaten mitbeachtet, von Thomas Manns Josephsromanen über Canetti, Perutz bis zu Heym und Eli Wiesel. Dass der Humor nach Auschwitz umso schwärzer geworden ist, so Bengershom, kann nicht verwundern, denn - so zitiert ihn Friedemann Kluge am Schluss; "Wann lächelte Gott dem Menschen das letzte Mal zu?"

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren