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Klappentext
Der CDU-Politiker Gerhard Schröder zählte zu den maßgeblichen Spitzenpolitikern der frühen Bundesrepublik. Als Innen-, Außen- und Verteidigungsminister gehörte er seit 1953 sechzehn Jahre lang den verscheidenen Regierungen an. In der CDU war er der Sprecher des protestantischen Flügels, galt als aussichtsreicher Bewerber um das Kanzleramt und kandidierte bei der Bundespräsidentenwahl 1969. Schröders Name ist verbunden mit der entschiedenen Abwehr des Kommunismus zur Zeit des Kalten Krieges, dem ostpolitischen Neuansatz anfangs der 60er Jahre sowie dem Konflikt zwischen "Atlantikern" und Gaullisten". Stets hatte er Adenauers Politik der Westintegration und Wiederbewaffnung unterstützt, aber die enge Kooperation mit den USA schien ihm aus sicherheitspolitischen Gründen unverzichtbar.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2002
Rezensent Henning Köhler zeigt sich recht zufrieden mit Torsten Oppellands Biografie des CDU-Politikers Gerhard Schröder. Schröder war von 1953 bis 1961 Innenminister, von 1961 bis 1966 Außenminister und schließlich in der Großen Koalition von 1966 bis 1969 Verteidigungsminister, weiß Köhler. Mehrfach wurde der CDU-Politiker sogar als kommender Bundeskanzler gehandelt, ein Ziel, das er wegen seines Politikverständnisses nicht erreichen konnte, berichtet Köhler. Oppelland ist nach Einschätzung des Rezensenten um eine faire, "wenn nicht wohlwollende" Darstellung seines Protagonisten bemüht. Zugleich aber biete er so viel Stoff und Argumente, so Köhler, "um durchaus zu anderen Ergebnissen und Wertungen als der Autor zu gelangen". So spreche Oppelland wiederholt vom "Machtrealismus", der Schröders Außenpolitik geprägt habe, statt richtiger von Fehlkalkulationen zu sprechen, die 1966 mit dem Sturz Erhards kläglich scheiterten und ihn zum umstrittensten Politiker in der Union werden ließen. Köhler kommt zu dem Schluss, dass Schröder keine die Geschichte der Bundesrepublik prägende Persönlichkeit war, "aber ein Politiker von ganz eigenem Zuschnitt".
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