Peter O. Chotjewitz

Der Fall Hypatia

Eine Verfolgung
Cover: Der Fall Hypatia
Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2002
ISBN 9783434505129
Gebunden, 280 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Peter O. Chotjewitz macht sich in Alexandria auf die Suche nach Spuren Hypatias: Sie war eine der gelehrten Frauen der Antike, Philosophin, Mathematikerin und Astronomin. - Ihre Schriften sind verloren gegangen, geblieben ist vor allem die Erinnerung an ihren Tod: Die Ermordung durch radikale Christen machte sie zur feministischen Vorbildfigur und zu ersten "Märtyrerin der Aufklärung".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.08.2002

Netter Versuch, scheint sich die Rezensentin zu sagen, ist über die Philosophin Hypatia, die berühmteste der antiken Denkerinnen, doch nicht eben viel bekannt. Einen Einblick in die Geschichte ihres Nachruhms in der Denkgeschichte des neuzeitlichen Europa verschafft uns Barbara von Reibnitz noch, dann fällt sie über das Buch her, das den Leser ins Netz einer Spurensuche um den brutalen Lynchmord an Hypatia durch fanatisierte Christen führen will: Gelungen! Allerdings entfernt sich der Autor bald von der Fallgeschichte, den antiken Berichten und ihrer selektiven Verarbeitung zur modernen Hypatia- Legende (was soweit "gut gemacht" ist und auf "interessante Seitenwege" führt), und die Sache wird kompliziert. Beim Versuch, die politischen und sozialen, die religiös- und profankulturellen Akzentuierungen des Falls zu rekonstruieren, schreibt Reibnitz, verliert der Fahnder sein Ermittlungsobjekt aus dem Visier und gerät ins Labyrinth der komplexen Konstellationen des Tatorts: Der arianische Kirchenstreit in seinen langwierigen und komplizierten Filiationen, die wichtigsten Schulen des Neuplatonismus, die Geschichte Des oberägyptischen Mönchtums usw. usf. Die Fülle des Materials überwuchert schließlich den Spannungsbogen des Reportagekrimis. Ein "aufklärerisch-didaktischer Zeigefinger" und ein "schnoddrig-salopper Sprachgestus" nehmen zudem die Lust, danach Ausschau zu halten.

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