Kein anderes Kleidungsstück wurde seit Beginn des 20. Jahrhunderts so mystifiziert wie die Blue Jeans. In den unterschiedlichsten Konsumentenmilieus wurde der blaue Stoff getragen und mit wechselnden Bedeutungen, gleichsam religiösen Qualitäten aufgeladen. Anna Schober beleuchtet die Verarbeitung medial vermittelter Bilder und Waren zu individuellen Selbstbildern und stellt dabei die Deutungen der Blue Jeans als konfliktreiche Auseinandersetzung um Sehen und Gesehenwerden dar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2002
In ihrer Analyse "Blue Jeans" verfolgt Anna Schober die Karriere der blauen Hose vom funktionalen Gebrauchsgegenstand zum Identifikationsmerkmal sozialer Gruppe, berichtet Rezensentin Christina Zink. Wie Zink ausführt, begreift die Autorin die Geschichte der Blue Jeans dabei vor allem als eine Geschichte von Mythen. Zugleich schreibt sie die Geschichte der Blue Jeans als eine Geschichte der Medien sowie der Wahrnehmung dieser Medien, hebt Zink hervor. So entstehe parallel eine Geschichte des Fotografierens und der Film- und Kinowelt. Eine "vergnügliche Kulturgeschichte" hat sich Zink vom Thema versprochen. Tatsächlich liefert Schober eine "akademische und nicht unkomplizierte Analyse", in der sie Methoden der Kulturgeschichte, Medienforschung und Psychoanalyse diskutiert, stellt Zink ein wenig enttäuscht fest. Dass dabei Bildmaterial nur sehr sparsam dargeboten wird, bedauert die Rezensentin außerordentlich.
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