Bearbeitet von Wolfgang Hölscher. Die Edition vermittelt ein Bild von der vielfältigen Tätigkeit und dem Einfluss des Auswärtigen Ausschusses auf die Außenpolitik der Bundesrepublik. Nirgendwo sonst wird das Bemühen aller parlamentarischen Kräfte so deutlich erkennbar, eigenständige Rechte auf außenpolitischem Gebiet durchzusetzen und zugleich Grundlagen für tragfähige Kompromisse zwischen Koalition und Opposition zu entwickeln. Besonders nach Inkrafttreten der Pariser Verträge im Mai 1955, in der die entspannungs- und abrüstungspolitische Neigung der Großmächte immer klarer hervortrat, war die Bundesregierung gut beraten, die freimütigen Diskussionen im Anschluss Aufmerksam zu verfolgen, um sich für mögliche außen- und deutschlandpolitische Initiativen und Kursänderungen eine breite parlamentarische Basis zu sichern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2002
Zweierlei macht die Protokolle des Auswärtigen Ausschusses so interessant, findet der Rezensent Michael Hollmann. Zum einen die Tatsache, dass der Ausschuss keine Entscheidungsmacht besitzt (die Außenpolitik ist in Deutschland Sache der Exekutive), und somit in seiner beratenden Funktion zum Forum für Grundsatzfragen der außenpolitischen Ausrichtung wurde. Zum anderen die Verpflichtung zur Vertraulichkeit, die zwar den Vertretern der Opposition untersagte, die erlangten Informationen weiterzugeben, die aber auch gerade die Preisgabe solcher Informationen ermöglichte. Die vorliegenden Protokolle stammen aus der außenpolitisch ereignisreichen Zeit von 1953 bis 1957, ein Zeitraum, der schon vielfach erforscht ist, so Hollmann. Dennoch sind es vor allem die "zahlreichen und wichtigen Detailinformationen", Wolfgang Hölschers "ebenso inhaltsreiche wie komprimierte und gut lesbare Einleitung" und der fundierte Textapparat, die den Band so informativ machen.
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