Klaus Krüger (Hg.)

Curiositas

Welterfahrung und ästhetische Neugierde in Mittelalter und früher Neuzeit
Cover: Curiositas
Wallstein Verlag, Göttingen 2002
ISBN 9783892445227
Broschiert, 200 Seiten, 17,00 EUR

Klappentext

Der Begriff der "curiositas", der Neugierde, umfasst ein ganzes Spektrum menschlicher Wissensansprüche, Erkenntnisinteressen und Erfahrungsbedürfnisse. Bereits seit der Antike wird er im Horizont sehr unterschiedlicher Wertbesetzungen ausgelegt und konzeptualisiert. In der frühen Neuzeit wird die Curiositas zu einem regelrechten Leitbegriff für eine selbstbestimmte Emanzipation des Menschen. Dieser Wandel ist keineswegs als eine lineare oder gar teleologisch bestimmte Entwicklung zu verstehen; vielmehr steht der Prozess der Umbesetzung des curiositas-Begriffes im Zeichen einer gestiegenen Geltung der Wissenschaften wie der Künste.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.08.2002

Der von Klaus Krüger herausgegebene Band versammelt eine Reihe von Beiträgen von Historikern und Kulturwissenschaftern zum Thema "curiositas", berichtet der mit "rox" kürzelnde Rezensent in seiner knappen Besprechung. Die lateinische Vokabel "curiositas" steht dabei nicht nur für Neugierde im umgangsprachlichen Sinn, erklärt der Rezensent, "sondern für ein facettenreiches Spektrum menschlicher Wissensansprüche". Neben dem Beitrag von Christian Kiening, der sich mit der "theoretischen" Neugierde, die die Europäer im beginnenden 16. Jahrhundert nach Brasilien trieb, auseinandersetzt, hebt der Rezensent Lorraine Dastons Aufsatz hervor. Wie der Rezensent darlegt, zeichnet Daston darin die moralischen Spannungsfelder nach, die das "natürliche" Wissen im frühneuzeitlichen Europa umgaben: während heute hauptsächlich die Gefahren der Anwendung naturwissenschaftlichen Wissens diskutiert werden, konzentrierte sich die frühe Neuzeit laut Daston auf das Problem, ob das Wissenwollen nicht grundsätzlich gefährlich sei.

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