Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Mit 27 Fotos, Dokumenten und Plänen. Reinhard Heydrich ist in die Geschichte eingegangen als Organisator des Nazi-Terrors. Er war Heinrich Himmlers engster Mitarbeiter, wurde 1936 Chef der Gestapo und des Sicherheitsdienstes und leitete Anfang 1942 die berüchtigte Wannsee-Konferenz, die das Konzept der "Endlösung" beriet. Am 27. Mai 1942 traf Heydrich in Prag die Handgranate eines tschechoslowakischen Widerstandskämpfers - acht Tage später starb er an den Folgen seiner Verletzungen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.10.2002
Horst Meier findet es zwar begrüßenswert, dass durch dieses Buch das Attentat von 1942 auf Reinhard Heydrich ins allgemeine Bewusstsein zurückgerufen wird. Allerdings überrascht und ärgert ihn die Behauptung des Autors, in seiner Studie erstmals die wirklichen Umstände dieser Tat darzulegen. Dies haben nach Wissen des Rezensenten bereits zwei andere Autoren in ihren Büchern getan, der Prager Journalist Miroslav Ivanov und der schottische Historiker Callum MacDonald. Für sein Dafürhalten macht Haasis im Text nicht deutlich genug, was er den Nachforschungen seiner beiden Vorgänger zu "verdanken hat". Dass dann die Interpretationen der Ereignisse durch den Autor ebenfalls nicht zu überzeugen vermögen, daran lässt der Rezensent keinen Zweifel. Er wirft ihm ärgerlich "fehlende Tiefenschärfe" vor. Richtig enttäuscht aber ist er von dem Versäumnis Haasis', das "Dilemma", in das die Attentäter mit ihrer Tat gerieten, dass nämlich Racheakte der Nazis befürchtet wurden und dann auch im großen Umfang eintraten, "klein zu reden". Damit, so der Rezensent erbost, wird der Autor "nicht einmal seinen Helden gerecht", die, wie man weiß, sehr unter den schrecklichen Auswirkungen ihres Attentats gelitten haben.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.07.2002
Das Attentat auf den "Reichsprotektor" von Böhmen und Mähren Reinhard Heiydrich war der einzige erfolgreich verlaufende Anschlag auf einen führenden Nazi, erinnert Rezensent Julius H. Schoeps. Haasis' Buch gibt eine Vielzahl von interessanten Informationen zu den Umständen und Auswirkungen des Attentats bis weit in die Nachkriegszeit hinein, lobt der Rezensent. Der eigentliche Vorzug dieses Buches sei jedoch der Versuch des Autors, ein Psychogramm Heydrichs zu erstellen, der von vielen Zeitzeugen nahezu als Inkarnation des Bösen beschrieben wurde. Dieser Aspekt macht das Buch neben dem hohen Informationsgehalt zu einer "spannenden und lesenswerten" Lektüre, findet Schoeps.
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