Martin Heidegger

Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges

Gesamtausgabe. I. Abt.: Veröffentlichte Schriften 1910-1976. Band 16
Cover: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges
Vittorio Klostermann Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783465030409
Broschiert, 842 Seiten, 75,67 EUR

Klappentext

Der Band 16 der Martin Heidegger Gesamtausgabe, herausgegeben von Hermann Heidegger, vereinigt gemäß einer Festlegung Heideggers fast alle von ihm gehaltenen Reden und Ansprachen sowie andere Zeugnisse aus 66jähriger Arbeitszeit: Ankündigungen, Aufrufe, Aufsätze, amtliche Äußerungen, einige Briefe, Buchbesprechungen, Gedenkworte, einige Gedichte und Gespräche, Gratulationen, Gruß- und Dankworte, Lebensläufe, Stellungnahmen und Würdigungen. Dazu kommen bisher unveröffentlichte Äußerungen, besonders aus seiner Rektoratszeit, die dazu beitragen können, Heideggers Persönlichkeit und seinen politischen Irrtum von 1933 besser zu verstehen. Es gibt den Band auch in Leinen gebunden (ISBN 3-465-03041-9) für 168,00 DM.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.06.2000

In der Mitte seiner ausführlichen Besprechung zitiert Martin Scherer hier Paul Celan, der Heidegger einmal besuchte "mit einer Hoffnung auf ein kommendes Wort im Herzen", - und enttäuscht wurde, wie so viele Schüler und Freunde Heideggers nach 1945. Denn zum Holocaust hat Heidegger "unerbittlich" geschwiegen. Dieser Band von Selbstaussagen und -zeugnissen ist von dem Freiburger Philosophen noch selbst konzipiert worden. Er ist "das monumentale Protokoll einer Blendung", schreibt Scherer, aber auch "fruchtbarer" Verweis auf das Alterswerk des Philosophen. Genauer beleuchtet er die 30er Jahre, das Rektorat an der Freiburger Universität, die "Wissenschaftslager", die mit Heidegger als "Führer" auf seiner Todtnauberger Hütte stattfanden, und die langsame Distanzierung der Partei vom "Weltstar", der 1937 dann der deutschen Delegation zu einem internationalen Philosophenkongress nicht mehr angehörte. Es war, so Scherer, das Biologische der "Rassenfrage", die in der "ontologische Frage keinen Platz" hatte. Insofern haben jene jüdischen Schüler des Meisters, darunter Hans Jonas, Günther Anders und Hannah Arendt, offenbar recht, die ihm trotz einer kürzlich bekannt gewordenen antisemitischen Äußerung (die in vorliegendem Band fehlt!) bescheinigten, nie wirklich Antisemit gewesen zu sein. Die Ambivalenz, die Heidegger bei vielen auslöst, ist auch bei Scherer zu spüren. Immerhin bescheinigt er dem vorliegenden Band mit seinen 290 Dokumenten - "das meiste Novität für die Öffentlichkeit" - , die lebenslange "Verfolgung" Heideggers durch seine Verstrickung mit dem Naziregime erstmals zu verdeutlichen.

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