Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Martin Heidegger

Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges

Gesamtausgabe. I. Abt.: Veröffentlichte Schriften 1910-1976. Band 16

Cover: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges

Vittorio Klostermann Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN-10 3465030400
ISBN-13 9783465030409
Broschiert, 842 Seiten, 75,67 EUR

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Klappentext

Der Band 16 der Martin Heidegger Gesamtausgabe, herausgegeben von Hermann Heidegger, vereinigt gemäß einer Festlegung Heideggers fast alle von ihm gehaltenen Reden und Ansprachen sowie andere Zeugnisse aus 66jähriger Arbeitszeit: Ankündigungen, Aufrufe, Aufsätze, amtliche Äußerungen, einige Briefe, Buchbesprechungen, Gedenkworte, einige Gedichte und Gespräche, Gratulationen, Gruß- und Dankworte, Lebensläufe, Stellungnahmen und Würdigungen. Dazu kommen bisher unveröffentlichte Äußerungen, besonders aus seiner Rektoratszeit, die dazu beitragen können, Heideggers Persönlichkeit und seinen politischen Irrtum von 1933 besser zu verstehen. Es gibt den Band auch in Leinen gebunden (ISBN 3-465-03041-9) für 168,00 DM.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.06.2000

In der Mitte seiner ausführlichen Besprechung zitiert Martin Scherer hier Paul Celan, der Heidegger einmal besuchte "mit einer Hoffnung auf ein kommendes Wort im Herzen", - und enttäuscht wurde, wie so viele Schüler und Freunde Heideggers nach 1945. Denn zum Holocaust hat Heidegger "unerbittlich" geschwiegen. Dieser Band von Selbstaussagen und -zeugnissen ist von dem Freiburger Philosophen noch selbst konzipiert worden. Er ist "das monumentale Protokoll einer Blendung", schreibt Scherer, aber auch "fruchtbarer" Verweis auf das Alterswerk des Philosophen. Genauer beleuchtet er die 30er Jahre, das Rektorat an der Freiburger Universität, die "Wissenschaftslager", die mit Heidegger als "Führer" auf seiner Todtnauberger Hütte stattfanden, und die langsame Distanzierung der Partei vom "Weltstar", der 1937 dann der deutschen Delegation zu einem internationalen Philosophenkongress nicht mehr angehörte. Es war, so Scherer, das Biologische der "Rassenfrage", die in der "ontologische Frage keinen Platz" hatte. Insofern haben jene jüdischen Schüler des Meisters, darunter Hans Jonas, Günther Anders und Hannah Arendt, offenbar recht, die ihm trotz einer kürzlich bekannt gewordenen antisemitischen Äußerung (die in vorliegendem Band fehlt!) bescheinigten, nie wirklich Antisemit gewesen zu sein. Die Ambivalenz, die Heidegger bei vielen auslöst, ist auch bei Scherer zu spüren. Immerhin bescheinigt er dem vorliegenden Band mit seinen 290 Dokumenten - "das meiste Novität für die Öffentlichkeit" - , die lebenslange "Verfolgung" Heideggers durch seine Verstrickung mit dem Naziregime erstmals zu verdeutlichen.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2000

Ausführlich geht Andreas Platthaus zunächst auf einige Perspektiven ein, die sich ihm in diesem Band eröffnet haben, vor allem auf Heideggers Reden über sein Lieblingsprojekt von 1934, die "Dozentenschule". Diesen Versuch der Kreation eines "Fachschaftslagers" für seine, Heideggers Studenten als "Arbeits-, Wehr- und Wissensdienst" an der Gemeinschaft führt er zusammen mit der Rektoratsrede von 1933 und anderen Funden aus diesem Band als Indiz für den Heidegger, über den "seit Jahrzehnten so viel geredet wird". Der Band 16 der Gesamtausgabe wurde - wie Band 13 - noch von Heidegger selbst zusammengestellt, schreibt Andreas Platthaus, und beide Bände enthalten als einzige der Gesamtausgabe jeweils "den vollständigen Zeitraum des philosophischen Denkens" vom Philosophen der "Bodenständigkeit". "Erfreulich" zu lesen sind die vielen Reden, Briefe und Notizen aus der NS-Zeit nicht, meint Platthaus, aber als konsequente Dokumentation eines "Irrwegs" zu achten.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren