Bücherschau der Woche
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Klappentext
Mit Peter-Andre Alts zwei Bände umfassendem Werk liegt erstmals seit vierzig Jahren wieder eine wissenschaftlich fundierte Schiller-Biografie vor. Sie verfolgt das Ziel, Leben und Werk des deutschen Klassikers im breiten Zusammenhang der Gesellschafts- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts zu beschreiben. Der erste Band der Biografie beschreibt Schillers Leben und Werk zwischen 1759 und der französischen Revolution. Er beleuchtet die kulturelle und politische Landschaft des 18. Jahrhunderts, die den jungen Autor maßgeblich prägt, und erschließt die Schwerpunkte seines Bildungsweges, der sich im protestantischen Milieu Württembergs, unter den Gesetzen der Militärakademie Herzog Carl Eugens vollzieht.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.09.2001
Dem Monument und "Künstler mit der prominenten Nase" hat sich der Autor auf eine Weise angenommen, die Thomas Leuchtenmüller gut gefällt: "Dieser Schiller," schreibt er, geht uns etwas an. Warum? Weil sich die beiden Bände erstens wohltuend von vergleichbaren neueren Arbeiten abheben, Arbeiten, wie es heißt, denen "das Manko weitgehender Selektion anhaftet", dann, weil Schiller "in seiner ganzen Breite" und im Kontext von Zeit und Lebensbedingungen gesehen wird, und schließlich, weil der Autor "erstaunlich präzise" belege und bibliographiere. Nicht zu vergessen jene etwas verborgenen "kleineren Früchte" der Arbeit: zu erkennen, wie sehr Schillers Medizinstudium seine kreativen Schöpfungen beeinflusst oder wie weit der Literat erstmals die Wirkung und den Anspruch des Theaters fasst. Die "mitunter altbackene Sprache" der Studie, manch allzu blumiger Ausdruck und der "ärgerliche" Verzicht auf eine Bewertung der so ausgiebig kompilierten Sekundärliteratur wiegen für den Rezensenten dagegen am Ende wenig.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.01.2001
Albert von Schirnding ist äußerst angetan von der zweibändigen Schiller-Biografie des Bochumer Literaturwissenschaftlers, die, wie er meint, keine "Schillerverklärung" betreibt, sondern "aufs Ganze geht". Denn es werde nicht nur Leben und Werk Schillers porträtiert, sondern auch der historische Hintergrund nachgezeichnet und die für den Jenaer Dichter wichtigen Zeitgenossen in "sehr genauen Miniaturmonografien" vorgestellt, lobt der Rezensent. Er preist die "originellen Befunde" des Autors, der beispielsweise sehr überzeugend nachweise, dass die enorme Produktivität Schillers nicht zuletzt "merkantilen" Beweggründen geschuldet ist und würdigt die Biografie als einen "gründlichen Schillerkurs" für die Leser, die an mehr interessiert sind als an bloßer Heldenverehrung.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.10.2000
Nicht sonderlich angetan ist die Rezensentin Hannelore Schlaffer von Peter-André Alts Schiller-Biographie, und das liegt nicht an mangelnder Dichtheit des hier präsentierten Materials oder am sozialgeschichtlichen Ansatz. Das Problem ist in schlaffers Augen, dass die Person Schiller unter all den Rahmendaten und Informationen über seine Lebensumstände verschütt geht. "Die Fülle der Daten aber verdrängt jegliche Anschaulichkeit." Nach Schlaffers Meinung misslingt Alt die "Verbindung von Leben und Werk", weil er Schiller selbst nicht durch sein Werk oder Briefe zu Wort kommen lässt, und das ist in ihren Augen eine typisch männliche Eigenart beim Verfassen von Biographien. Männer sparten am Zitat, mit dem Ziel "ihren eigenen studierten Kopf zu präsentieren".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000
Peter-André Alts neue Schiller-Biographie, deren erster Band soeben erschienen ist, hat das Zeug dazu, meint Rolf-Bernhard Essig, Benno von Wieses "epochale Lebensbeschreibung von 1959 (zu) ersetzen". Der Rezensent unterzieht die 750 Seiten des ersten Bandes aus der Feder eines Bochumer Literaturwissenschaftlers einer kritisch-ausgewogenen Untersuchung. Er rühmt die Vermeidung "positivistischer Faktengebirge" und des "Biografismus alter Schule", lobt die kenntnisreiche Aufbereitung des soziokulturellen Umfelds und philosophischen Hintergrund Schillers; er stößt sich jedoch an plumpen Vertraulichkeiten im Ton, der Benutzung sexueller Stereotypen, einem monotonen Satzbau und einer wenig überzeugenden Gliederung im Gesamtaufbau. Unterm Strich: etwas umständlich, nicht risikofreudig genug, aber "unbezweifelbar von hohem intellektuellen Rang".
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