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Klappentext
Maul- und Klauenseuche, Rinderwahn, Schweinepest - die Meldungen über die Katastrophen in der industrialisierten Landwirtschaft haben in den letzten Jahren immer wieder auch grelle Schlaglichter auf die lebenverachtenden Umstände geworfen, unter denen Tiere als Nahrungsquelle unserer Gesellschaft gehalten werden. In vier Essays, allen voran dem Großessay "Tiere sehen dich an", setzt sich Hans Wollschläger mit dem Verhältnis des Menschen zu seinen "Mitgeschöpfen", wie sie das Tierschutzgesetz der Bundesrepublik weihevoll nennt, auseinander - "Mitgeschöpfe", die jährlich zu Millionen gemästet, geschlachtet oder im Namen der Wissenschaft in Labors zu Tode gequält werden...
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.01.2003
"Man schon sehr in die Rangordnung der Lebewesen vernarrt sein oder ein Herz ein Stein haben, um bei der Lektüre ruhig zu bleiben," meint der hellauf begeisterte Hans-Joachim Böhlk über Hans Wollschlägers drastische Texte zum Thema Tierschutz, wobei sich Böhlks Rezension nicht so liest, als hätte er erst noch überzeugt werden müssen. Vor allem zum Thema Fleischernährung hat er durchaus selbst einiges beizutragen. Aber gut. Über die Essays erfahren wir, dass Wollschläger sich in ihnen erbittert der Menschheit ihre Amoralität vorwirft. So nehme sie für sich eine moralische Überlegenheit gegenüber der Kreatur in Anspruch, einzig um die Qual von Tieren zu rechtfertigen. Auch das Tierschutzgesetz werde von Wollschläger als heuchlerisches Tiernichtschutzgesetz gehörig auseinandergenommen, lobt Böhlk.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.01.2003
Burkhard Müller empfindet zwar Verständnis für Wollschlägers Anliegen, kann seiner Argumentation aber nicht folgen. Der Rezensent erzählt zunächst, dass Wollschläger die Essays zum Tierschutz zum Teil bereits veröffentlicht hat und hier weiter ausbaut. Überzeugender werden sie dadurch für Müller nicht. Nicht nur Stilblüten mit "tragikomischen Selbstvereitelungen", sondern überzogenes "Bildungsgeröll" kritisiert der Rezensent. Wollschläger bilde Sätze mit "syntaktischen Verrenkungen", meint Rezensent Müller, der Wollschlägers Sätze auch mit "vollgestopften Koffern, die sich nicht mehr verschließen lassen", vergleicht. Schuld daran seien Wollschlägers Vorbilder Schopenhauer und Karl Kraus, welche sich zu ihrer Schaffenszeit auch gegen Tierquäler gewandt haben - an die Wollschläger aber nun mal nicht heranreiche. Wollschläger unterschätze die Größe der Gegnerschaft, so Müller, auf die er sich einlasse und akzeptiere nicht, wie der Mensch nun mal sei: "Das Fleisch des Menschen will Fleisch - soweit der grauenhafte Naturzustand."
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2002
Dies ist der erste Band einer geplanten "Einzelwerkausgabe" der Schriften von Hans Wollschläger. Das Pamphlet nimmt die Situation des Tierschutzes sehr konkret in den Blick - nämlich als Kommentar zum deutschen Tierschutzgesetz -, aber auch in größter Allgemeinheit, auf den kultur- und menschheitspessimistischen Spuren Schopenhauers und Freuds. Die Welt erscheint Wollschläger nur mehr als "große Schlachtbank", die Analysen des Autors sind, so der Rezensent (Kürzel rox.) nicht originell, aber ganz und gar "gnadenlos". Wie sehr er sie teilt, verrät der Rezensent nicht, des Verfassers "Sprachmächtigkeit" und "kulturhistorisches Wissen" hebt er jedoch hervor.
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