Bücherschau der Woche
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Klappentext
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Sonja Hilzinger. Sie gilt als eine der faszinierendsten Lyrikerinnen der Nachkriegszeit: Inge Müller (1925-1966), die früh starb und deren Werk bisher nur in Auszügen bekannt wurde. Jetzt erscheint erstmals eine Sammlung sämtlicher Texte, darunter viele unveröffentlichte Arbeiten aus dem Nachlaß. Sie zeigt die Vielfalt ihres Schreibens, von dramatischen Texten wie Hörspielen und Theaterstücken, Prosaszenen, Romanfragmenten und Lyrik.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2002
Dass es sich beim Werk von Inge Müller, der durch eigene Hand früh verstorbenen Frau Heiner Müllers, um alles andere als "Gattinnen-Literatur" handelt, lässt sich, gibt der Rezensent Alexander Kosenina zu verstehen, dem "höchst bemerkenswerten Nachlass", der nun in diesem Band veröffentlicht wird, sofort ablesen. In der nicht immer leicht auseinander zu dividierenden Gemeinschaftsproduktion erscheint die Autorin als gleichwertige Partnerin, in ihrer Lyrik hat sie ihren eigenen Ton. Geordnet wird die Lyrik, die den ersten Teil ausmacht, nicht chronologisch, sondern thematisch. Es folgt die Dramatik, dann die "weitgehend unpublizierte Prosa", bei der die Herausgeberin dann doch nach Maßgabe einer "imaginären Chronologie" sortiert. An diesem Prinzip scheint der Rezensent leise Zweifel zu haben, ansonsten aber hat er nichts zu kritisieren.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.06.2002
Auch Inge Müller, die sich 1966 im Alter von 41 Jahren das Leben nahm, gehört zu den Schriftstellern, deren tragisches Leben und Sterben die Nachwelt dazu verleitet, ihr Werk und ihre Person zu mystifizieren, weiß Rainer Moritz. Das Werk der Schriftstellerin, Lyrikerin und Theaterautorin, übrigens in dritter Ehe mit Heiner Müller verheiratet, sei bisher kaum gewürdigt worden. Dem Versuch habe sich nun Sonja Hilzinger, Herausgeberin der Werke von Anna Seghers und Christa Wolf, verschrieben, berichtet der Rezensent. Doch findet er diesen Versuch missraten. Die Auswahl der Gedichte und der Prosa sei zu üppig, "interpretatorische Bemerkungen" hingegen würden zu sparsam eingesetzt, moniert Moritz. Das Nachwort sei leider "spröde und "wortgetreu" und, so Moritz, darüber hinaus wiederhole Hilzinger auch noch, was der Leser auch in der Zeittafel oder in der "editorischen Notiz" nachlesen könne. Einerseits präsentiere Hilzinger ein "inhaltsarmes Ungetüm", andererseits habe sie aber, ärgert sich der Rezensent, wichtige Werke wie die Kinderbücher Müllers oder ihre mit Heiner Müller verfassten Theaterstücke ausgelassen.
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