Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Peter Zimmermann

Last Exit Odessa

Roman

Cover: Last Exit Odessa

Deuticke Verlag, Wien 2002
ISBN-10 3216306240
ISBN-13 9783216306241
Gebunden, 237 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Ein Mann sucht in Odessa im Auftrag eines Schweizer Nudelbarons nach einer gestohlenen Nudelfabrik. Jemand namens Minski soll ihm dabei helfen, aber Minski kommt nicht zum vereinbarten Treffpunkt. Stattdessen der Spanier Olsen, der seinerseits auf der Suche nach Minski ist. Ihm wiederum soll Minski verraten, wo er die Leiche Garcia Novarras findet, der in ein Komplott um den Tod von Marc Bolan verwickelt gewesen sein soll...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2003

In den siebziger Jahren hätte so ein kriminalistisch angehauchter Roman in Nordafrika, zum Beispiel in Tanger gespielt, vermutet Stefanie Peter. Heutzutage habe sich Europas Peripherie vom Süden nach Osten verlagert, und dort stünden nun die verlottertsten und exotischsten Kulissen zur Verfügung. In Odessa am Schwarzen Meer spielt Peter Zimmermanns zweiter Roman. Hierhin hat es einen an Gürtelrose erkrankten Journalisten und Gelegenheitsdetektiv verschlagen, wo er andere finstere Gestalten in finsteren Angelegenheiten trifft, die sich an dieser Stelle nicht allesamt erörtern lassen. Zwei Punkte in Peters Rezension scheinen erwähnenswert: die Protagonisten befinden sich meist in körperlichen Extremzuständen, stehen unter Drogeneinfluss, winden sich in Schmerzen, philosophieren über Verdauungsstörungen oder agieren im Geiste Sexualphantasien aus; zugleich ist der Roman mit einem Subtext popkultureller Versatzstücke unterlegt, einer indirekten Hommage an Marc Bolan, die dem Roman einer Hauch von Underground verleihen, meint Peter.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.05.2002

Um es vorwegzunehmen: Die Rezensentin Christiane Zintzen ist froh, dass es überhaupt eine handfeste, dem Genre eigene Leiche in dem Kriminalroman des Autors Peter Zimmermann gibt, auch wenn diese Leiche - wie auch eine schweizerische Nudelfabrik - sofort wieder verschwindet. Denn ansonsten bestehe keine Hoffnung, einen Anfangspunkt des Kausalgefüges zu fixieren. Dabei wird der literaturbewanderte Leser auf eine Menge Bekanntes stoßen: die beiden Literaturfiguren Inspektor Tanais und der Spanier Olsen ziehen "einen zitierenden Strich durch die gesamte Geschichte der Ernsten wie auch der Unterhaltungsliteratur" zitiert die Rezensentin den Autor. Anspielungen auf Kierkegaard, Hofmannsthal und Laurence Sterne geben Literaturrätsel auf bis zum Überdruss, findet Zintzen. Auch wenn sich die Rezensentin durchaus beeindruckt zeigt von der literarischen Verfremdungstechnik und ihrer Travestie in diesem Roman und die "strenge erzählerische Komposition" bewundert, die genug Platz lässt für "vanilleduftende Männerphantasien" und eine zehnseitige Philosophie der Defäkation: Das Genervt-sein überwiegt bei weitem.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren