Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Rainer Moritz. Durch Zufall stößt die amerikanische Bühnenschriftstellerin Helene Hanff Ende der 40er Jahre auf die Adresse eines kleinen Antiquariats in London. Eine neue Quelle für schwer aufzutreibende Bücher? Die Autorin greift zur Feder, ohne zu ahnen, dass diese ersten Zeilen den Beginn einer jahrzehntelangen Brieffreundschaft markieren. Zunächst ist die Korrespondenz zwischen ihr und dem Londoner Buchhändler Frank Doel noch allein von der gemeinsamen Leidenschaft für Bücher geprägt. Frank treibt für Helene rare Buchausgaben auf, man spricht über Autoren, Werke und Buchausstattungen. Doch mit der Zeit werden die Briefe persönlicher. Helene erzählt von ihrem Alltag in New York, ihrer Arbeit und aktuellen Ereignissen. Aus London wiederum erfährt die Amerikanerin, wie knapp die Lebensmittel zu jener Zeit sind, und schickt Care-Pakete an ihre Lieben.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.07.2002
Michael Schwidtal empfiehlt dieses Buch wärmstens allen "leidenschaftlichen Lesern". Der Briefwechsel der passionierten New Yorker Leserin Helene Hanff mit ihrem Londoner Antiquar sei eine "anregende Einführung in den geheimen Kanon der englischen Literatur und als Dokument für die beispielhafte Herzensbildung einer Lohnarbeiterin für Presse und TV", meint der Rezesent. Hanff möge keine Geschichten, "die Leuten, die nie gelebt haben, nicht zugestoßen sind", schreibt Schwidtal und findet dies offensichtlich sehr sympathisch. Und so schreibe sie denn selbst so persönlich, dass es ihr allmählich gelinge, die britischen Buchhändler aus der Reserve zu locken. Eine erstaunliche Karriere für das Genre "Geschäftsbriefe", meint der Rezensent, die sich nahezu konsequent darin fortgesetzt habe, dass der bereits 1970 erschienene Briefwechsel auf die Bühne gebracht und schließlich sogar verfilmt wurde. Leider verliert der Rezensent kein Wort über die Neuedition, so dass man nicht erfährt, worin sie sich von der vorherigen unterscheidet.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2002
Paul Ingendaay ist einfach hingerissen von diesem Briefwechsel zwischen einem britischen Antiquar und einer amerikanischen Vielleserin, der genau zwanzig Jahre zwischen 1949 und 1969 umfasst. Den britischen Buchhändler Frank Doel beschreibt er als die "Verkörperung aller Antiquariatstugenden", ganz verzaubert ist unser Rezensent aber vor allem von dem "Konversationsgenie" Helene Hanff, die den Buchhändler mit "gezielten Frechheiten und liebevollen Provokationen" aus seiner anfänglichen Reserve locke. Hanff sei es zu verdanken, dass aus der Geschäftskorrespondenz über Bücher ein persönliches Gespräch wurde, an dem sich bald sämtliche Mitarbeiter des Antiquariats beteiligten. Ingendaay zitiert eine Passage aus einem Brief der Hanff, die ihren Witz und ihr Temperament zeigt: "Das nennen Sie Pepys' Tagebuch!? Das ist nicht Pepys' Tagebuch, das ist die elende Zusammenstellung von Exzerpten aus Pepys' Tagebuch, herausgegeben von irgendeinem übereifrigen Kerl, der in der Hölle verfaulen möge! Ich könnte ausspucken davor! Wo ist der 12. Januar 1668, als ihn seine Frau aus dem Bett jagt und mit einem glühend heißen Feuerhaken quer durchs Schlafzimmer verfolgt?" Danach fragt sie, ob sie frische Eier oder Eipulver zu Weihnachten schicken soll. Für Ingendaay ist das Buch eine "Zeitmaschine": Obwohl es von einer vergangenen Epoche erzählt, die Autoren inzwischen tot sind und die Buchhandlung Marks und Co längst nicht mehr existiert, ändere das Gespräch über Bücher "unser Zeitempfinden radikal". Rainer Moritz habe die Briefe "tongenau übersetzt".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.04.2002
Für Joachim Kersten präsentiert dieser Band einen "entzückenden" Briefwechsel von "veröffentlichungsreifem Seltenheitswert" zwischen der New Yorker Drehbuchautorin Helene Hanff und den Mitarbeitern eines Londoner Antiquariats aus den Jahren 1949 bis 1969. Nicht nur, dass Hanff darin eine ganze Reihe von Wünschen äußere, die von großer "Direktheit" und "Spontaneität" der New Yorker Autorin zeugten, hat den Rezensenten beeindruckt. Schön findet er auch, dass die außergewöhnlichen bibliophilen Begehrlichkeiten den Leser dieses Buchs dazu verleiten, selbst wissen zu wollen, um welche Bücher es sich da gehandelt haben muss. Das Buch war in den USA und Großbritannien ein großer Erfolg. Zu Recht, denkt Kersten, denn was gebe es Schöneres, als die besondere Beziehung zwischen Antiquaren und Buchbegeisterten zu dokumentieren?
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Bücher von Lesern empfohlen
Shahriar Mandanipur: Eine iranische Liebesgeschichte zensieren
Aus dem Englischen von Ursula Ballin. Ein iranischer Schriftsteller ist es leid, immer nur düstere Romane ...
Javier Marias: Dein Gesicht morgen
Aus dem Spanischen von Elke Wehr. "Wollte Gott, dass niemand uns jemals um etwas bittet oder auch nur fragt, ...
Archiv: Bücherschauen
Das wäre ja der Tod
19.03.2010: Die FAZ schwärmt vom lakonischen Witz in Tom Drurys Roman "Der Tod des Vandalismus", dem sie mit Begeisterung zu den skurrilsten Orten der amerikanischen Provinz folgt. Die Sagen der Säufer, Zocker und Loser lässt sich die FR von Clemens Meyer erzählen. Großes Lob vergibt die SZ an Andreas Schäfers Roman "Wir vier". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Francois Walter: Katastrophen
15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen
Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst
11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen
Necla Kelek: Himmelsreise
08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen


Folgen Sie uns auf Twitter


