Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bret Easton Ellis

Glamorama

Roman

Cover: Glamorama

Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 1999
ISBN-10 3462028340
ISBN-13 9783462028348
                         , 650 Seiten, 27,61 EUR

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Klappentext

Victor Ward, Model und Nightlife-Profi, lebt in der modebesessenen und prominenzgeilen Welt Manhattans. Er eröffnet einen eigenen Szene-Club und hat ein Supermodel als Freundin. Während er um Geld, Macht und Ruhm kämpft, gerät er zunehmend in den Sog der düsteren Seite dieser Hochglanz-Welt. Ein mysteriöser Auftrag führt ihn nach London und Paris, wo eine terroristische Vereinigung - angeführt von einem Model - Hotels in die Luft jagt und Flugzeuge sprengt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.10.1999

Harald Fricke kann mit diesem Buch nichts anfangen, versucht es aber dennoch. In seiner Rezension deutet er mehrfach an, dass sich die Gefühle von Abscheu, die er beim Lesen verschiedener Passagen des Buches entwickelt hat, nicht immer eindeutig von der Person Bret Easton Ellis abstrahieren lassen. Zumindest scheinen die Grenzen sehr fliessend zu sein. Die Bemerkung des Autors, dass sein Zynismus lediglich ein Ausdruck des Abscheus gegenüber dem von ihm Beschriebenen sei, vermag Fricke nicht so recht zu überzeugen. Ihn erinnert Ellis` Schreibstil geradezu an eine "sadistische Befreiungsorgie". Davon abgesehen fühlt sich der Rezensent spürbar abgestossen von der Tatsache, dass in dem Roman ein bestialischer Mord nicht mehr und nicht weniger ins Gewicht fällt, als ein Konsumprodukt mit Markennamen. Die "Glamorama"-Welt kommt ihm kalt, langweilig und langwierig vor angesichts von Ellis` oft hunderte von Seiten langen Beschreibungen, mit denen der Autor einen "Terror der Intimität" auf den Leser ausübe. Fricke scheint dem Autor gerade das anzukreiden, was dieser mit seinem Buch beabsichtigt: das Auslösen von ganz erheblichen Ekelgefühlen angesichts einer auf Konsum und Schönheit versessenen Gesellschaft.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999

Eberhard Falcke ist der Ansicht, dass "Glamorama" durchaus da ansetzt, wo "American Psycho" acht Jahre zuvor aufgehört hat. Allerdings findet er "Glamorama" weniger stringent, eine plausible Konstruktion sei Bret Easton Ellis hier nicht gelungen. So begeistert sich Falcke deutlich für die Szene-Bilder, das "Schwatz-Protokoll" des hohlen Party-Talks und die Eiseskälte, die sich bisweilen dahinter versteckt. Aber die Rolle der Terroristen im Roman will ihm beispielsweise nicht einleuchten. Andererseits traut Falcke es dem Autor durchaus zu, das Verwirrende in seinem Roman bewusst akzeptiert zu haben: Ellis sei nach und nach vom Analytiker zum Apokalyptiker geworden. Und Apokalyptiker hätten eben andere Prioritäten, als sich schlüssige Romankonstruktionen auszudenken.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999

Ein "absurdes Monstrum" nennt Rose-Maria Gropp Bret Eaton Ellis neuen Roman. Ihre Kritik ist zwiespältig, aber letztlich fasziniert. Die ersten 200 Seiten des Romans schildert sie als ein Tohuwabohu von Markennamen, Models und Muskeltonus. Erst dann entwickle sich ein "Plot mit erheblicher Spannung". Ellis Roman bringt in ihrer Erzählung den im Marken- und Schönheitsfetischismus erstarrten Zeitgeist zur Detonation. Eindringlich beschreibe Ellis, welche Folgen es hat, wenn eine Plastiksprengbombe in einer Louis-Vuitton-Tasche explodiert. Schicksein wird zum Terror. Das Sterben aber bleibt eine unangenehm wirkliche Erfahrung, selbst wenn man dabei einen Prada-Anzug anhat. Dass Ellis am Ende auch noch eine Moral entwickelt, nimmt die Rezensentin allerdings übel.

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Krisen des modernen Ichs

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