Von David Althaus, Nico Niedermeier und Svenja Niescken. Etwa 1,5 Millionen Menschen leiden allein in Deutschland unter den Symptomen einer Zwangsstörung. Täglich brauchen sie Stunden zur Ausübung ihrer aufwendigen Rituale. Bei der verzweifelten Suche nach Sicherheit ist für viele der Zwang zum gehassten, aber scheinbar unverzichtbaren Begleiter geworden. Über die Jahre durchdringt die Krankheit alle Lebensbereiche. Sie beeinträchtigt dabei nicht nur das eigene Leben, sondern auch das der Angehörigen in teilweise unvorstellbarem Ausmaß. Dennoch scheuen viele Betroffene den Gang zum Arzt - nicht nur aus Scham, sondern auch weil sie sich ein Leben ohne Zwang einfach nicht vorstellen können. Die Autoren zeigen, dass hinter jeder Bewältigung einer Zwangsstörung ein individuell gestalteter Therapieprozess liegt. Auch wenn viele standardisierte Vorgehensweisen vorliegen und einige Medikamente Besserung versprechen, so muss doch die richtige Therapie mit jedem einzelnen Betroffenen immer wieder neu gefunden werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.2008
Manuela Lenzen lobt die Ausführlichkeit und Verständlichkeit dieses von der Deutschen Gesellschaft für Zwangserkrankungen empfohlenen Buchs, in dem die drei Autoren Erklärungsmodelle für die Zwangserkrankung diskutieren. Sowohl die physiologischen wie die genetischen Faktoren, meint Lenzen, fänden hier Berücksichtigung. Für besonders mutmachend hält sie, dass die Autoren nicht nur die Risiken von Verhaltens- und Medikamententherapien, sondern ebenso die Möglichkeiten erörtern, durch geschickte Kombination beider Behandlungsmethoden Erfolge zu erzielen und der Herrschaft des Zwangs zu entkommen.
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