Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Weimar, das 'Herz der deutschen Kultur' war 1792/93 keine Idylle, sondern wurde von vielfältigen politischen Konflikten erschüttert. In den 'heißen' Jahren der Französischen Revolution erlebte das Herzogtum Studentenunruhen, einen Aufstand von Textilarbeitern, Spitzelwesen und Repressionen. Bürger, die gelegentlich Revolutionskokarden trugen, stellten vehemente Forderungen an Herzog Carl August. Professoren und Schriftsteller wurden eingeschüchtert, die Autonomie der Universität Jena ausgehöhlt. Teile des einfachen Volkes sahen die französischen Truppen, die Eisenach zu besetzen drohten, nicht als Eroberer, sondern als Befreier von der absolutistischen Herrschaft des Herzogs an. Auf der anderen Seite standen viele Bürger, die zum Krieg gegen Frankreich mit freiwilligen Spenden beitrugen. Die Edition dokumentiert in einer Vielfalt von bisher meist unveröffentlichten Texten - von Bauern, Bürgern und Studenten bis zu Professoren, Schriftstellern, Beamten, Ministern und dem Herzog und der Herzogin - das Spektrum der politischen Auseinandersetzungen. Über den Geheimrat Goethe werden 45 bisher unveröffentlichte Gesprächsberichte geboten, andere neue Dokumente betreffen Schiller, Wieland, Herder, Knebel und Charlotte von Stein.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2005
Wie schon in seinen letzten Büchern versucht W. Daniel Wilson auch in seinem neuen Band, Goethes Weimar zu entzaubern, berichtet der "mko" zeichnende Rezensent. Auf über 600 Seiten häufe der amerikanische Germanist zu diesem Zweck Dokumente an, die belegen sollen, dass Weimar kein Hort der Demokratie und Goethe kein Anhänger der Revolution war. Das Problem dabei ist nur: Das hat auch nie jemand behauptet. Der Rezensent kann die enorme Quellenarbeit Wilsons durchaus würdigen, doch da man nichts entzaubern kann, was nie als verzaubert angesehen wurde, ist nicht mehr herausgekommen als ein nicht uninteressantes Stück Alltagsgeschichte der damaligen Zeit, urteilt "mko" streng.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2005
Auch mit seinem jüngsten Buch will der kalifornische Germanist W. Daniel Wilson die "liberale Fassade des klassischen Weimar" niederreißen, stellt Hans-Jürgen Schings fest. Wie schon in einem Aufsatz von 1999, in dem er versucht hatte nachzuweisen, dass Goethe im Dienst des Herzogs Carl August gegen die Tendenzen der Französischen Revolution agierte und sich als Spitzel betätigte, legt er nun ein Konvolut von fast 600 Dokumenten vor, größtenteils aus dem Thüringischen Hauptstaatsarchiv in Weimar, die untermauern sollen, wie heftig Weimar von den Auswirkungen der Französischen Revolution erschüttert wurde, erklärt der Rezensent. Der Nachweis der "groben und schlampigen Willkürherrschaft", die der Autor in Weimar gern entdecken will, gelingt dem Autor nicht recht, meint Schings, und so verliere sich Wilsons "angekündigte Empörung" bald "ihren Schwung", so der Rezensent. Etwas hämisch weist Schings darauf hin, das die Studentenunruhen von Jena beispielsweise, in denen sich der Verfasser auf fast 300 Seiten und in "überbordender Ausführlichkeit" auf die Seite der Studenten schlägt, mit den ideologischen Inhalten der Französischen Revolution rein gar nichts zu tun hatten. Für ihn krankt das Buch vor allem an "fehlendem Augenmaß" und er findet es äußerst fraglich, wo der "Nutzen" dieser "immensen Fleißarbeit" liegen soll. Vielleicht ist dieser "bleischwere Band die Bußübung" für diejenigen, die Wilsons Vorwürfe seinerzeit allzu "leichtgläubig" geschluckt haben, mutmaßt Schings.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








