Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
"Hiob" ist kein Buch. "Hiob" ist ein Projekt nie da gewesenen Ausmaßes. Wieder wird Hiob Montag um das Schicksal der Welt spielen, Aufgabe um Aufgabe lösen, um sie zu retten. Und immer verzweifelter, ihm selbst ekliger und den hässlichen Methoden seiner vor nichts zurückschreckenden Gegner immer ähnlicher werden seine Mittel, um zu gewinnen. Immer mehr wird er das Gesicht des Feindes annehmen, in der Absicht, das Böse auszulöschen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.02.2007
Das ausgefeilt Böse gefällt Rezensent Burkhard Müller am besten, aber bei weitem nicht allein. Tobias O. Meißner wolle nicht nur als simpler Kultautor in die Geschichte eingehen, mutmaßt der Rezensent, nein, hohe Literatur solle es schon auch sein. Ob der Autor dabei erfolgreich ist, lässt der Rezensent einerseits offen, erklärt aber andererseits eine Mischung aus "Lesevergnügen" und "Lesequal" zum Qualitätsmerkmal des Buches. Denn selbst die "krampfhaft lässigen" Stellen im Jugendslang seien nicht ohne Erfindungsreichtum und als solche "nicht unsympathisch". Worum geht es? Die Handlung des auf unendliche Fortsetzungen angelegten Romans werde bestimmt von den Aufgaben eines Computerspiels, das der Held Hiob als Bewährungsprobe zu absolvieren habe. Der übliche Kampf von Gut gegen Böse werde bei Meißner insofern raffiniert, als nicht die Materie, sondern der Geist das Böse repräsentiere. Wenn der Held beim ersten Test den Arzt seiner Geburt umbringe, um anschließend ein Kätzchen zu retten, ziele das auf die "düstere Ambivalenz" menschlichen Tuns. Und hier, bei der "Lust am Bösen", konvergiert die maximale Lust des Rezensenten mit der von ihm gelobten spezifischen Qualität dieser Art von Literatur.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006
Zarte Gemüter warnt der Rezensent vor diesem Buch, ihm selbst aber hat es prächtig gefallen. Zu raffiniert erscheint Lorenz Jäger das Blurünstige hier in Szene gesetzt, zu scharf der literarische Sachverstand des Autors Tobias Meißner. Wer einen Gnostiker der Unterschicht im Berlin der 90er zum Helden eines Splatter-Romans macht, gibt der Rezensent zu verstehen, der hat was auf dem Kasten. Nicht weniger als das Verdienst, das Splatter-Genre in der deutschen Literatur heimisch zu machen, spricht Lorenz dem Autor zu. Und "Witz und Geist" solcher Güte, dass selbst der weniger dem Dämonischen zugetane Leser neugierig werden muss.
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