Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Tobias O. Meißner

Hiobs Spiel

Zweites Buch: Traumtänzer

Cover: Hiobs Spiel

Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN-10 3821857897
ISBN-13 9783821857893
Gebunden, 412 Seiten, 24,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

"Hiob" ist kein Buch. "Hiob" ist ein Projekt nie da gewesenen Ausmaßes. Wieder wird Hiob Montag um das Schicksal der Welt spielen, Aufgabe um Aufgabe lösen, um sie zu retten. Und immer verzweifelter, ihm selbst ekliger und den hässlichen Methoden seiner vor nichts zurückschreckenden Gegner immer ähnlicher werden seine Mittel, um zu gewinnen. Immer mehr wird er das Gesicht des Feindes annehmen, in der Absicht, das Böse auszulöschen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.02.2007

Das ausgefeilt Böse gefällt Rezensent Burkhard Müller am besten, aber bei weitem nicht allein. Tobias O. Meißner wolle nicht nur als simpler Kultautor in die Geschichte eingehen, mutmaßt der Rezensent, nein, hohe Literatur solle es schon auch sein. Ob der Autor dabei erfolgreich ist, lässt der Rezensent einerseits offen, erklärt aber andererseits eine Mischung aus "Lesevergnügen" und "Lesequal" zum Qualitätsmerkmal des Buches. Denn selbst die "krampfhaft lässigen" Stellen im Jugendslang seien nicht ohne Erfindungsreichtum und als solche "nicht unsympathisch". Worum geht es? Die Handlung des auf unendliche Fortsetzungen angelegten Romans werde bestimmt von den Aufgaben eines Computerspiels, das der Held Hiob als Bewährungsprobe zu absolvieren habe. Der übliche Kampf von Gut gegen Böse werde bei Meißner insofern raffiniert, als nicht die Materie, sondern der Geist das Böse repräsentiere. Wenn der Held beim ersten Test den Arzt seiner Geburt umbringe, um anschließend ein Kätzchen zu retten, ziele das auf die "düstere Ambivalenz" menschlichen Tuns. Und hier, bei der "Lust am Bösen", konvergiert die maximale Lust des Rezensenten mit der von ihm gelobten spezifischen Qualität dieser Art von Literatur.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006

Zarte Gemüter warnt der Rezensent vor diesem Buch, ihm selbst aber hat es prächtig gefallen. Zu raffiniert erscheint Lorenz Jäger das Blurünstige hier in Szene gesetzt, zu scharf der literarische Sachverstand des Autors Tobias Meißner. Wer einen Gnostiker der Unterschicht im Berlin der 90er zum Helden eines Splatter-Romans macht, gibt der Rezensent zu verstehen, der hat was auf dem Kasten. Nicht weniger als das Verdienst, das Splatter-Genre in der deutschen Literatur heimisch zu machen, spricht Lorenz dem Autor zu. Und "Witz und Geist" solcher Güte, dass selbst der weniger dem Dämonischen zugetane Leser neugierig werden muss.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren