Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Tim C. W. Blanning

Das Alte Europa 1660-1789

Kultur der Macht und Macht der Kultur

Cover: Das Alte Europa 1660-1789

Primus Verlag, Darmstadt 2005
ISBN-10 3896785516
ISBN-13 9783896785510
Gebunden, 516 Seiten, 39,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Monika Carbe. Der bekannte britische Historiker T. C. W. Blanning beschreibt in diesem Buch die kulturelle Revolution des 18. Jahrhunderts, die das "Alte Europa" grundlegend verändert hat. Die höfische Kultur, die unter Ludwig XIV. ihren Höhepunkt gefunden hatte, wurde in dieser Epoche an den Rand der politischen Bedeutung gedrängt und von etwas völlig Neuartigem abgelöst: der Öffentlichkeit. Wichtige kulturelle Einrichtungen entstanden in dieser Zeit: Zeitungen und Journale, Kaffeehäuser und Leihbüchereien, Museen und Kunstausstellungen. Die "öffentliche Meinung" wurde nun zum entscheidenden Maßstab in kulturellen und politischen Fragen. In diesem Vergleich von Macht und Kultur zeigt Blanning, wie unterschiedlich die europäischen Staaten auf die Herausforderung - und Chance - dieser neuen Entwicklung reagierten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.07.2006

Durchaus angetan zeigt sich Barbara Stollberg-Rilinger von Tim C. W. Blannings groß angelegter europäischer Fortschrittsgeschichte des 18. Jahrhunderts. Der Autor verstünde es in guter angelsächsischer Historikertradition, mit unzähligen Anekdoten und erhellenden Metaphern den Siegeszug der Moderne im Alten Europa anschaulich und lesenswert nachzuzeichnen. Besonders gefallen hat der Rezensentin dabei Blannings "Kunstgriff", anhand musikgeschichtlicher Details die großen welthistorischen Entwicklungen in seiner Erfolgsgeschichte der bürgerlichen Öffentlichkeit zu verdeutlichen. Doch muss Stollberg-Rilinger nach einer so lehrreichen wie unterhaltsamen Lektüre feststellen, bei aller stilistischen Souveränität ein recht überkommenes Geschichtsbild gelesen zu haben, das neben "altvertrauten Selbstverständlichkeiten" auch gerne mit nationalen Stereotypen und Mythen operiert, welche von Blanning zwar ironisch präsentiert, letztlich "aber doch affirmiert" werden.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2006

Tim Blannings Studie über das Alte Europa hat Rezensent Caspar Hirschi sichtlich beeindruckt. Er würdigt sie als eine Arbeit von "hoher Originalität", die Bekanntes durch unvertraute Vergleiche in neues Licht rücke. Dem Autor könne anhand des Motivpaars Krieg und Kunst das Gelingen und Scheitern von Herrschaft zwischen 1660 und 1789 verdeutlichen. Ausführlich zeichnet Hirschi die Ausführungen Blannings über die Hofkultur Ludwigs XIV., die Modernität Friedrich des Großen oder auch den kulturellen Graben zwischen Deutschland und England nach. Dass bei Blanning vieles unerwähnt bleibt, stört Hirschi nicht im geringsten, auch wenn sich Freunde enzyklopädischer Vollständigkeit daran stoßen dürften. Denn gerade im Aussparen sieht er die "Kunst dieses Buches". Schließlich erzähle der Autor "quellennah und mit Lust am aussagekräftigen Exempel" und schaffe so einen "Überblick von ungewohnter Prägnanz". Auch Blannings "Stil eleganter Lässigkeit", von Monica Carbe gekonnt ins Deutsche übersetzt, hat Hirschi gefallen. Sein Fazit: "eine erstaunliche Studie".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren