Zentral für die weltliche, soziale und politische Dimension der Philosophie Lévinas` ist die Tatsache der Anwesenheit des Dritten neben dem Anderen, d. h. der Pluralität der Menschen. Pascal Delhom hat Lévinas` Werk in dieser Perspektive gelesen. Er stellt es in seiner Kohärenz dar und erhellt es durch die Konfrontation mit anderen Denkern, Husserl, Heidegger und Sartre, Rosenzweig und Buber, Blanchot und Arendt. Nach einer Einleitung zu mehreren Dimensionen des menschlichen Lebens - seine Zeitlichkeit, die (Un)Mittelbarkeit seiner Beziehungen zur Welt und zu den anderen Menschen, die Sprache - geht er ausführlich auf die Frage des Dritten, des gerechten Urteils und der gerechten Handlung, schließlich auf die Frage der Gerechtigkeit in bezug auf politische Institutionen ein.
Hans-Martin Schönherr-Mann würdigt in seiner kurzen Besprechung das Bemühen des Autors, die Rolle zu ermitteln, die bei Lévina das Allgemeinwohl im Verhältnis zum Individuellen spielt, wenn es um das Treffen ethischer Entscheidungen geht. Es sei eine Frage, die bisher wenig beachtet worden sei, weshalb der Rezensent das Buch begrüßt. Der Autor mache deutlich, dass Lévina mit seinen Überlegungen zur Ethik der Debatte über Menschenrechte eine neue Richtung gebe, lobt der Rezensent.
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