Aus dem Gälischen von Gabriele Haefs. Eine Schilderung des Lebens der untersten Schichten um die Jahrhundertwende, der Tricks, Hoffnungen und Illusionen derer, die keine Chancen haben. Der erste moderne Roman der irischen Literatur.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.08.2001
Eine Rarität kann H.G. Pflaum verkünden: einen irischen Großstadt-Roman aus dem Jahr 1910, der direkt aus dem Gaelischen ins Deutsche übersetzt wurde. ó Conaire sei selbst in Irland heute ein vergessener Autor - weiß Pflaum über den Autor zu berichten -, der seinerzeit den Beweis angetreten ist, dass man auch mit einer der mündlichen Tradition verpflichteten Sprache auf die Änderungen der Zeit reagieren kann. ó Conaires Held sei ein Vorläufer von Franz Biberkopf, schreibt Pflaum, den es als Gastarbeiter in den Großstadtdschungel von London verschlägt. Nicht, was einen Menschen aus der Bahn werfen könne, sei für den Autor von Interesse, charakterisiert der Rezensent ó Conaires Anliegen, sondern vielmehr, wie er mit seinem Missgeschick umgehe. Eine gebrochene, gescheiterte Figur, die wenig sympathisch erscheint. So lobenswert die verlegerische Tat, um so bedauerlicher findet es Pflaum, dass beim Lektorat geschlampt wurde und beispielsweise widersprüchliche Angaben über den Autor gemacht werden.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…