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Oliver Jahraus
Amour fou - Die Erzählung der 'Amour fou' in Literatur, Oper, Film
Zum Verhältnis von Liebe, Diskurs und Gesellschaft im Zeichen ihrer sexuellen Infragestellung
Klappentext
Die "Amour fou" radikalisiert die Liebe so weit, dass sie die Individuen aus ihren kulturellen und gesellschaftlichen Ordnungen herauslöst. Ihr Wahnsinn besteht darin, dass sie Liebe in Tod überführt und Soziales asozial werden lässt. Auf der Basis von Systemtheorie und Diskursanalyse wird sie, beginnend im 18. Jahrhundert, vor dem transzendentalen Horizont sozialer Ausdifferenzierung und reflexiver Selbstbegründung des Subjekts rekonstruiert. Die 20 Analysen fragen immer auch nach der kulturellen Bedeutung der "Amour fou" und zeigen: "Fou" wird die "Amour" erst durch ihre Medien. Das Spektrum erstreckt sich von Goethes "Werther" und "Wahlverwandtschaften" über Werke von Kleist, E.T.A. Hoffmann, Hebbel, Merimee, Bizet, Flaubert, Wagner, Wedekind, Th. Mann, Visconti, Bataille, Nabokov, Kubrick, Reage, Bachmann, Schroeter, Jelinek, Haneke, Bertolucci, Kureishi, Chereau, Hart, Malle, Duras, Annaud, Colombani bis hin zu einem gegenwärtigen Bestseller wie Shalevs Roman "Liebesleben".
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2004
Oliver Jahraus' Studie scheint den mit "rox" zeichnenden Rezensenten nur teilweise überzeugt zu haben. Zwar habe sich Jahraus in die Thematik des "amour fou" - der wahnsinnigen Liebe - "mit sichtlicher Anteilnahme hineingekniet", doch unterscheide er leider nicht genug zwischen "Titel, Begriff und 'kanonisierender' Literatur". Diese Unterscheidung sei jedoch wichtig, da der Begriff des "amour fou" als solcher erst durch den gleichnamigen Text von Andre Breton geprägt worden sei, das von Jahraus herangetragene "reichstes Anschauungsmaterial" aber teilweise deutlich älter sei. Großzügig leuchte Jahraus seine Thematik aus und beschließe das Buch mit einem Kapitel, das insofern einer "theoretischen Kür" gleiche, als Jahraus hier den "amour fou" als "zeitgenössische Form einer 'transzendentalen Anthropologie'" ausweise. Und das ist dem Rezensenten dann doch ein bisschen zuviel des Guten.
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