Bücherschau der Woche
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Michael Müller
Von Charlottenburg zum Central Park West
Henry Lowenfeld und die Psychoanalyse in Berlin, Prag und New York
Klappentext
Die hier vorliegende Monografie widmet sich dem Leben und den Veröffentlichungen des jüdischen Psychoanalytikers Henry Lowenfeld (1900-1985). Die Lebensstationen des in Berlin Geborenen kennzeichnen Meilensteine in der Geschichte der Psychoanalyse: Das Berliner Psychoanalytische Institut in der Weimarer Republik, die Prager psychoanalytische Studiengruppe unter der Leitung des Freudomarxisten Otto Fenichel in der Dekade danach, und das New Yorker Psychoanalytische Institut ab den vierziger Jahren. Wie Alexander Mitscherlich in Deutschland, wird Lowenfeld in der "Studentenbewegung" zum scharfen Kritiker der Auffassung seines ehemaligen Freundes Herbert Marcuse. In bezug auf sein Interesse an Phänomenen wie "Scham" war Lowenfeld als Psychoanalytiker seiner Zeit weit voraus.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.01.2002
Sabine Richebächer gefällt diese Biografie des Psychoanalytikers Henry Lowenfeld. Denn Biograf Thomas Müller zeichne nicht nur die "historisch-politische" Dimension der Zeit nach. Während er Lowenfelds Flucht vor den Nazis von Berlin über die Schweiz, Paris, Prag und schließlich in die USA nacherzähle, stelle er gleichzeitig auch die wichtigsten "Zentren" der Psychoanalyse vor, lobt die Rezensentin. Sie streicht es als "besonderes Verdienst" des Autors heraus, dass der Leser sowohl über die alltäglichen Sorgen im Exil - Papiere, Arbeit, Geld - informiert wird als auch über die s von den besonderen Bedingungen des Exils erfährt, als auch die nicht gerade einfachen Arbeitsbedingungen unter den "alteingesessenen" Psychoanalytikern in Amerika, die ganz andere Vorstellungen davon hatten als Lowenfeld, "was Psychoanalyse eigentlich sei".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.05.2000
Bereits der ellenlange Titel des Buches verrät die verschiedenen Stationen im Leben des jüdischen Psychoanalytikers Heinrich Lowenfelt - die wiederum diese Rezension strukturieren. Löwenfeld hatte zu jenen Berlinern Theoretikern gehört, die nach 1933 Deutschland verlassen mussten und über die üblichen Zwischenstationen nach Amerika gelangt sind: von Berlin, über Prag bis nach New York. Das Buch von Thomas Müller, eine "deskriptive Sozialbiografie", sei einerseits als "Personalbiografie", andererseits als "Beitrag" zur Geschichte der Psychoanalyse" zu lesen, so Rezensent Friemann Kluge. In Berlin gehörte Löwenfeld dem Kreis um Otto Fenichel an, wurde im Exil Mitglied der Prager Psychoanalyitschen Studiengruppe, in New York schloß er sich dem Psychoanalytischen Institut an. Er sei Freud immer treu geblieben - auch in den amerikanischen Zeiten. Die Rückkehr nach Deutschland - trotz Freundschaft mit dem Mitscherlich-Paar - sei ausgeblieben.
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