Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Maarten 't Hart

Der Schneeflockenbaum

Roman

Cover: Der Schneeflockenbaum

Piper Verlag, München 2010
ISBN-10 3492046347
ISBN-13 9783492046343
Gebunden, 413 Seiten, 19,95 EUR

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Klappentext

Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens. Vom ersten Tag an war seine Mutter misstrauisch gewesen gegenüber der "dürren Missgeburt", wie sie seinen Freund Jouri immer nannte. Als Sohn eines Kollaborateurs hatte Jouri in den Niederlanden der fünfziger Jahre wahrhaftig nicht viel zu lachen, genauso wenig wie der Erzähler selbst, der mit seinem eigensinnigen Humor und seinen Darmwinden Mitschüler und Lehrer quälte. Als sich dann einmal die kleine Ria Dons tapfer an seine Seite stellt und ihm, gegen Bezahlung von fünf Cent, sogar erlaubt sie zu küssen, ist das der Beginn einer schmerzlichen Erfahrung, denn Jouri zerreißt das zarte Band und spannt ihm ungerührt die Freundin aus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2010

Um Wiederholungszwang, zwangsweises Freundinnen-Ausspannen, klassische Musik und vor allem Gesetz und Zufall geht es, so Rezensent Oliver Jungen, im jüngsten Roman des gelernten Verhaltensbiologen Maren t'Haart. Auf die Figuren gewendet: Von Kindheit an Freunde sind der Ich-Erzähler und Jouri, der schöner ist und erfolgreicher bei den Frauen, für die er sich freilich vor allem dann interessiert, wenn der Erzähler ein Auge auf sie geworfen hat. So passiert in diesem Roman mehr als einmal dasselbe: ein Mädchen, dann eine Frau nach der anderen gewinnt Jouri für sich - was an entscheidender Stelle auch einmal so gedreht wird, dass eine Frau, die es auf Jouri abgesehen hat, den Erzähler zum Mittel der Eroberung macht. Jungen liest das gern, wenngleich er schon zugibt, dass eine gewisse Serialität das Prinzip der Erzähldramaturgie ist. Wobei das alles am Ende dann aber doch eine überraschende Wendung nehme, die alle Determinismus-Behauptungen im Roman selbst ad absurdum führe.

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