Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Loukia Droulia, Horst Fleischer

Von Lidice bis Kalavryta

Metropolis Verlag, Berlin 1998
ISBN-10 3932482107
ISBN-13 9783932482106
gebunden, 296 Seiten, 19,43 EUR

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.06.2000

In einer Mehrfachrezension bespricht Nikos Georgakis drei Bücher, die sich mit den Verbrechen nationalsozialistischer Truppen in Griechenland befassen und die, wie er ausdrücklich begrüßt, endlich eine "wesentliche Lücke bei der Aufarbeitung der Weltkriegsgeschichte schließen".
1.) Loukia Droulia, Hagen Fleischer: "Von Lidice bis Kalavryta" (Metropolis-Verlag)
Georgakis sieht in allen der elf Beiträge dieses Bandes "eine fundierte Faktenanalyse der Verbrechen der Wehrmacht" und hebt besonders den Text Hagen Fleischers hervor. Fleischer beschreibe darin die Versuche der deutschen Offiziere, sich auf eine möglichst `effektive` Methode zur Partisanenbekämpfung zu verständigen und die Entschlossenheit der Wehrmacht, sich über `Formalien` und `besondere Gerichte` hinwegzusetzen. Die Rücksichtslosigkeit und zunehmende Barbarisierung der Wehrmacht in den letzten Kriegsjahren wird dabei besonders deutlich, so der Rezensent. 2.) Hermann Frank Meyer: "Kommeno. Erzählende Rekonstruktion eines Wehrmachtsverbrechens in Griechenland" (Romiosini-Verlag)
Dieses Buch lobt Georgakis als einen außergewöhnlich "wichtigen Beitrag zur Weltkriegsgeschichte". Er betont, dass Meyer nicht nur genauestens recherchiert und bisher unbekannte Quellen herangezogen, sondern darüber hinaus sowohl deutsche als auch griechische Zeitzeugen befragt hat. Besonders überzeugend findet Georgakis die Systematik, mit der Meyer bei seiner Studie vorgegangen ist, die nicht auf "Mitleid für die Opfer" angelegt ist, sondern bei der der Autor "unumstößliche Fakten sprechen" lasse. Der Mythos von einer "sauberen" Wehrmacht kann angesichts dieser Tatsachen nicht mehr aufrecht erhalten werden, so Georgakis. 3.) Franzeska Nika: "Kalavrita 1943. Augenzeugenbericht" (Romiosini-Verlag)
Diesen "packenden Augenzeugenbericht" einer Überlebenden des Massakers von Kalavryta lobt Georgakis nicht nur wegen Nikas Schilderungen der Grausamkeiten, die für sich sprechen. Spürbar beeindruckt zeigt sich der Rezensent darüber hinaus von Nikas Fähigkeit, trotz dieser überaus traumatischen Erlebnisse dennoch deutlich zwischen "deutschen Tätern und dem deutschen Volk" unterscheiden zu können. Ihr Anliegen sei es nicht, "pauschale Verurteilungen auszusprechen", sondern ein "würdiges Gedenken an die Opfer dieser Gräueltaten" zu erreichen.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren