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Loukia Droulia, Horst Fleischer
Von Lidice bis Kalavryta
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.06.2000
In einer Mehrfachrezension bespricht Nikos Georgakis drei Bücher, die sich mit den Verbrechen nationalsozialistischer Truppen in Griechenland befassen und die, wie er ausdrücklich begrüßt, endlich eine "wesentliche Lücke bei der Aufarbeitung der Weltkriegsgeschichte schließen".
1.) Loukia Droulia, Hagen Fleischer: "Von Lidice bis Kalavryta" (Metropolis-Verlag)
Georgakis sieht in allen der elf Beiträge dieses Bandes "eine fundierte Faktenanalyse der Verbrechen der Wehrmacht" und hebt besonders den Text Hagen Fleischers hervor. Fleischer beschreibe darin die Versuche der deutschen Offiziere, sich auf eine möglichst `effektive` Methode zur Partisanenbekämpfung zu verständigen und die Entschlossenheit der Wehrmacht, sich über `Formalien` und `besondere Gerichte` hinwegzusetzen. Die Rücksichtslosigkeit und zunehmende Barbarisierung der Wehrmacht in den letzten Kriegsjahren wird dabei besonders deutlich, so der Rezensent.
2.) Hermann Frank Meyer: "Kommeno. Erzählende Rekonstruktion eines Wehrmachtsverbrechens in Griechenland" (Romiosini-Verlag)
Dieses Buch lobt Georgakis als einen außergewöhnlich "wichtigen Beitrag zur Weltkriegsgeschichte". Er betont, dass Meyer nicht nur genauestens recherchiert und bisher unbekannte Quellen herangezogen, sondern darüber hinaus sowohl deutsche als auch griechische Zeitzeugen befragt hat. Besonders überzeugend findet Georgakis die Systematik, mit der Meyer bei seiner Studie vorgegangen ist, die nicht auf "Mitleid für die Opfer" angelegt ist, sondern bei der der Autor "unumstößliche Fakten sprechen" lasse. Der Mythos von einer "sauberen" Wehrmacht kann angesichts dieser Tatsachen nicht mehr aufrecht erhalten werden, so Georgakis.
3.) Franzeska Nika: "Kalavrita 1943. Augenzeugenbericht" (Romiosini-Verlag)
Diesen "packenden Augenzeugenbericht" einer Überlebenden des Massakers von Kalavryta lobt Georgakis nicht nur wegen Nikas Schilderungen der Grausamkeiten, die für sich sprechen. Spürbar beeindruckt zeigt sich der Rezensent darüber hinaus von Nikas Fähigkeit, trotz dieser überaus traumatischen Erlebnisse dennoch deutlich zwischen "deutschen Tätern und dem deutschen Volk" unterscheiden zu können. Ihr Anliegen sei es nicht, "pauschale Verurteilungen auszusprechen", sondern ein "würdiges Gedenken an die Opfer dieser Gräueltaten" zu erreichen.
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