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Karl Marx, Friedrich Engels
Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA)
Dritte Abteilung: Briefwechsel. Band 11: Karl Marx, Friedrich Engels: Briefwechsel Juni 1860 bis Dezember 1861
Klappentext
Mit 42 schwarz-weiß Abbildungen. Bearbeitet von Rolf Dlubek und Vera Morozova. Im Zeitraum des Briefwechsels setzte sich die politische Wiederbelebung nach der Wirtschaftskrise von 1857/ 58 fort, die durch den Krieg in Oberitalien 1859 einen starken Anstoß erhalten hatte. 1860 errang die italienische Einigungsbewegung entscheidende Siege und es entstand das Königreich Italien. In Deutschland wirkte die Mehrheit der Liberalen und gemäßigten Demokraten für eine nationale Einigung durch ein liberalisiertes Preußen. In den USA begann 1861 der Bürgerkrieg, durch den die Sklaverei in den Südstaaten beseitigt wurde. Arbeiter, deren Zahl wuchs, begannen wieder politisch aktiv zu werden, zunächst unter dem Patronat liberaler Politiker oder in demokratischen Bewegungen, in Großbritannien jedoch hatten sich die Trade-Unions 1860 bereits ein starkes Zentrum geschaffen.
Marx und Engels kommentierten die aktuellen Entwicklungen in der "New-York Tribune". Engels schrieb seit Juli 1860 auch für das "Volunteer Journal for Lancashire and Cheshire" und Marx seit Oktober 1861 für die Wiener Tageszeitung "Die Presse". Marx' Hauptinteresse jedoch lag bis Ende 1860 bei der Fertigstellung der Streitschrift "Herr Vogt", und im August 1861 begann er mit der Arbeit am Manuskript "Zur Kritik der politischen Ökonomie", dem zweiten Rohentwurf des "Kapitals". Die 1860 entstandenen publizistischen Arbeiten von Marx und Engels sind in Band 18 der Ersten Abteilung, der erste Teil von Marx' ökonomischem Manuskript von 1861-1863 ist in Band 3.1 der Zweiten Abteilung der MEGA ediert worden. Die hier veröffentlichten Briefe ergänzen dieses Quellenmaterial erheblich.
Einschließlich der nicht überlieferten Briefe umfasst die Korrespondenz beider in den hier dokumentierten anderthalb Jahren mindestens 540 Briefe. Der Band enthält die 386 überlieferten Briefe: 133 von Marx bzw. Engels und 253 an sie. Beide hielten in dieser Zeit mit fast 60 Personen brieflichen Kontakt. Von den Briefen Dritter, die weitgehend erhalten geblieben sind, wird die Mehrheit erstmals publiziert.
Zu den umfangreichsten und gehaltvollsten Briefen des Bandes gehören die 24 Zeugnisse der Korrespondenz zwischen Marx und Ferdinand Lassalle. Mehrere Briefe geben Aufschluss über Marx' Reise auf den europäischen Kontinent im Frühjahr 1861, insbesondere über seinen Aufenthalt bei Lassalle in Berlin im März und April 1861. Beleuchtet werden ihre Verhandlungen über die gemeinsame Herausgabe einer Zeitung und deren Scheitern sowie Marx' erfolglose Bemühungen, die preußische Staatsbürgerschaft wiederzuerlangen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.04.2006
Aufschlussreich findet Rezensent Gert Lange diesen Band mit der Korrespondenz von Marx und Engels zwischen Juni 1860 und Dezember 1861, der nun im Rahmen der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) erschienen ist. Der Briefband offenbart für Lange vor allem das schwierige Verhältnis von Marx und Ferdinand Lassalle, das von einer engen Freundschaft in Entfremdung umschlug. Wie er unterstreicht, geben insbesondere auch die 253 mehrheitlich zum ersten Mal hier veröffentlichten Briefe Dritter Auskunft über die Motive dieser Entfremdung. Danach stimmten Marx und Engels in außenpolitischen Fragen nicht mit Lassalle überein und hielten ihn zudem für denkbar ungeeignet, den Chefredakteursposten einer geplanten, aber schließlich nicht realisierten Zeitung zu übernehmen. Lange hebt außerdem hervor, dass die Briefe einen ausgezeichneten Einblick in die publizistische Tätigkeit von Marx und Engels ermöglichen. Die Einführung in das Briefkorpus würdigt er schließlich als "sehr ausführlich und informativ", auch wenn er sich eine etwas "stringentere inhaltliche Gliederung" gewünscht hätte.
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