Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

J. T. LeRoy

Jeremiah

Cover: Jeremiah

Reclam Verlag, Leipzig 2002
ISBN-10 3379007846
ISBN-13 9783379007849
Gebunden, 256 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Michael Schmidt. Nach "Sarah" das neue Buch von J.T. LeRoy: Eine Reise in die Abgründe einer Kindheit zwischen Gewalt und sexueller Ausbeutung. In "Sarah" erzählte LeRoy die Geschichte des zwölfjährigen Cherry Vanilla, die seine eigene ist. In "Jeremiah" geht er zeitlich noch weiter zurück. Er erinnert sich in locker miteinander verbundenen Episoden an die von Unsicherheit und Selbstzweifeln geprägte Beziehung seiner blutjungen Mutter zu ihm als Vierjährigem: Sarah entführt Jeremiah, der von Pflegeeltern großgezogen wird, weil sie selbst bei der Geburt ihres Sohnes erst 14 war. Mit Jeremiah zieht sie von Motel zu Motel durch die Lande und verkauft ihren Körper an Trucker. Den blond gelockten Jeremiah kleidet sie wie ein Mädchen und lehrt ihn, die Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.07.2002

Der heute 21-jährige "subkulturelle Jungstar der US-Literatur", J. T. LeRoy, der mit 16 Jahren auf therapeutischen Rat hin begann, sein zwischen Drogen und sexuellem Missbrauch angesiedeltes Leben mit dem Schreiben aufzuarbeiten, schildert in diesem Erzählband die "mehr als duldsame Reise" des Jungen Jeremiah. Der wird von seinem 4. bis zu seinem 14. Lebensjahr von seiner drogenabhängigen und sich prostituierenden Mutter durch die Staaten "geschleift", berichtet Wilhelm Trapp, von der Mutter gnadenlos instrumentalisiert und bietet sich in seiner Verzweiflung und Einsamkeit als Mädchen verkleidet seinem betrunkenen Stiefvater an. Das Buch ist an vielen Stellen "roh" und "kaum auszuhalten", so der Rezensent, doch auch gleichermaßen faszinierend. Denn LeRoy erzählt mit einer Distanz, in der sehr viel Kraft steckt, meint Trapp. Diese Distanz bewahre vor Selbstmitleid und vor Schuldzuweisung und zeuge daher von einer hohen und erstaunlichen erzählerischen Kraft. Das Buch selbst ist, obwohl später erschienen, die Basis für LeRoys ebenfalls sehr bitteren Roman "Sarah", den der Reclam Verlag im letzten Jahr veröffentlicht hat, informiert Trapp.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren