Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Helene Weigel

Fotografien von Vera Tenschert

Cover: Helene Weigel

Henschel Verlag, Berlin 2000
ISBN-10 3894873426
ISBN-13 9783894873424
gebunden, 224 Seiten, 65,45 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

230 s/w Abbildungen. Mit einem Vorwort von Katharina Thalbach. Vera Tenschert hat als Theaterfotografin beim Berliner Ensemble Helene Weigel von 1954 bis 1971 begleitet. In diesen Jahren ist eine umfangreiche Fotosammlung entstanden, aus der die besten Bilder für dieses Buch zusammengestellt wurden. Tenscherts Aufnahmen sind Auzüge aus einem Interview beigegeben, das Werner Hecht im November 1969 mit Helene Weigel führte, sowie ein Beitrag mit biografischen Informationen zu Helene Weigel und einer Würdigung ihrer Arbeit aus heutiger Sicht. Mit CD-ROM: Helene Weigel singt, spricht, spielt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2000

Kuriose Rezension. Man könnte Friedrich Dieckmanns Kritik der vier Bücher, die zu Helene Weigels 100. Geburtstag (12.5.00) erschienen sind, zu einem Rätsel zusammen fassen: Das zweitschwerste Buch wiegt 1060 g. Das schwerste (1400 g) ist nicht das gewichtigste, das leichteste (380 g) leicht auf respektable Weise. Das vierte Buch schließlich (590 g) ist schwerer als das leichteste und gewichtiger als das schwerste. Ordnen Sie den Gewichten die Titel zu, und benutzen Sie keine Waage!
1) Werner Hecht: "Helene Weigel. Eine große Frau des 20. Jahrhunderts" (Suhrkamp) Dieses Buch setzt der Weigel ein "Denkmal", meint Dieckmann, hebt aber hervor, dass Suhrkamp auch allen Grund dafür hat. Immerhin hat Helene Weigel nach dem Tod ihres Mannes den Universalvertrag mit Suhrkamp erneuert und damit alle "Kontrollambitionen der SED" unterlaufen. Besonders "bedeutsam findet Dieckmann an dem Band ein Gespräch, das Werner Hecht, Brecht-Editor bei Suhrkamp, 1969 mit Helene Weigel geführt hat.
2) "Helene Weigel". Fotografien von Vera Tenschert (Henschel)
Hier beeindrucken Dieckmann vor allem die abgebildeten "Interieurs", schöne alte Möbel vor neutralem Hintergrund: "Eine ganze Intellektuellengeneration hat so gelebt". Aber der Fotoband zeige auch die "vielen Facetten des Matriarchats", das Helene Weigel nach Brechts Tod am BE aufgezogen hat.
3) Carola Stern: "Männer lieben anders" (Rowohlt Berlin)
Dieckmann lobt die "Mischung aus Bekümmert- und Unbekümmertheit", mit der Stern die Ehe Brecht/Weigel nacherzählt. Vor allem ihr Sinn für die "psychischen und sozialen Voraussetzungen" dieser Ehe imponiert ihm. Zu diesen Voraussetzungen zählt Dieckmann die Androgynität der Weigel und die Herkunft beider aus dem Kleinbürgermilieu.
4) Sabine Kebir: "Abstieg in den Ruhm" (Aufbau)
"Gründlich" ist das Buch und "fesselnd" erzählt, beginnt Dieckmann seine Anmerkungen, um dann seine Kritik zu äußern: vor allem die Idealisierung der Weigel, bei der sich die Autorin in "Phraseologie" versteige, mißfällt ihm. Auch die "Entschärfung" der Beziehung Weigels zum deutschen Partei-Kommunismus findet er unangemessen. Dies schmälere jedoch nicht die Bedeutung des Buches: "Zu seinen Verdiensten gehört es, die geistigen Grundlagen der Haltung zu veranschaulichen, die die Weigel an Brechts Seite zu einer überlegenen Rolle finden ließ". Dennoch könne eine Detailüberarbeitung nicht schaden.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren